"Overwatch" im Test: Der Shooter, an dem es kein Vorbei gibt

29. Mai 2016, 11:00
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Blizzards Game brilliert mit Innovation, großem Umfang und Detailverliebtheit

Fast alles, was Blizzard angreift, wird ein großer Erfolg. Mit größerer Spannung wurde deshalb "Overwatch" erwartet – kein Wunder, wagt sich der Games-Hersteller mit einem Shooter erstmals auf eher unbekanntes Terrain. Um das Game rankt sich eine längere Geschichte. Es ist eigentlich ein Recyclingprodukt eines Spiels, dessen Entwicklung von Blizzard 2007 gestartet und 2014 wieder gestoppt wurde. Nichtsdestotrotz dürfte das Game ersten Kritiken zufolge ein voller Erfolg sein. Um dem nachzugehen, verbrachte der GameStandard mehrere Tage in der bunten Welt des wilden Shooters und lernte dabei, dass es tausende Wege gibt, um zu sterben oder zu gewinnen.

Riesiger Umfang und wunderschöne Welt

Zwölf Karten, vier Spiemodi und 21 Helden aus vier verschiedenen Klassen – dies sind die Rahmenbedingungen des Shooters. Trotz des großen Umfangs hat man beim Start kaum Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden. Nach einem kurzen Tutorial kann die erste Partie sofort gestartet werden und man findet sich in einer grafisch eindrucksvollen und gut durchdachten Comic-Welt wieder. Einmal spielt man in einem griechischen Bergdorf, ein anderes Mal in den Straßen Londons oder zwischen chinesischen Wolkenkratzer. Das Design der Karten könnte nicht unterschiedlicher sein, man muss sich diesem unterwerfen und seine Spiele-Art oder Charakter-Auswahl anpassen.

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Cinematic-Trailer von "Overwatch".

Jeder Charakter spielt sich anders

Letzteres ist zugegeben am Anfang etwas überfordernd. Man testet sich durch. Jeder der Helden weist unterschiedliche Fähigkeiten, Waffen und Eigenschaften auf. Blizzard versucht Anfänger hier mit einem Indikator für die verschiedenen Schwierigkeitsgrade abzuholen. So gibt es Charaktere mit einem oder drei Sternen. Von letzterem sollte man anfangs eher absehen. Nicht, weil man dadurch selber seine eigenen Statistiken verhaut, sondern weil es dem Team nicht weiterhilft. Ein Sniper der sich minutenlang verschanzt und nur ab und zu einen Schuss abgibt oder ein Heiler, der überall, aber nicht bei den verletzten Helden ist, sind ein sicherer Garant dafür, dass die eigene Mannschaft einen bedeutenden Nachteil hat. Aber die gemeinsame Zusammenarbeit steht bei "Overwatch" an oberster Stelle.

Nur gemeinsam sind wir stark

Mit der Methode, als Einzelkämpfer sein Glück zu versuchen hat man minimale Erfolgschancen. Man ist auf seine Mitspieler und deren Eigenschaften angewiesen. Dies wird im Laufe des Spiels immer deutlicher. Dabei ist es Blizzard gelungen, dass die Charaktere perfekt aufeinander abgestimmt sind und kein Held "over-" oder "underpowered" ist. Jeder Kämpfer ist auf seine eigene Art und Weise stark, hat aber gleichzeitig eine Schwäche, die es auszunützen gilt. Natürlich ist man auch auf das eigene Können und die Spieleerfahrung angewiesen, wirkliche Ausreißer gibt es allerdings nicht. Bei "Overwatch" ist man nur im Team wirklich stark. Man gewinnt und verliert gemeinsam. Knappe Spiele mit Herzschlag-Finale gehören damit zum Fixbestand des Blizzard-Shooters.

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Gameplay-Trailer von "Overwatch".

Das Drumherum passt auch

Aufgrund der Charakter-Vielzahl und der unterschiedlich gestalteten Karten unterscheidet sich jedes Spiel vom vorangegangenen Kampf. Hoch ist Blizzard auch das Matchmaking anzurechnen. Während es beim Launch des Games noch vereinzelte Probleme gab, hat die Spieleschmiede diese nun vollends in den Griff bekommen. Nach weniger als zumeist 20-30 Sekunden ist man mit einem neuen Team vernetzt, dessen Spieler ein ähnliches Fähigkeits-Level aufweisen. Etwaige Shooter-Ärgernisse wie Lag, nicht verfügbare Server oder Cheater traten in der einwöchigen Testphase nicht auf. Einzig der "Away from Keyboard"-Timer ist etwas kurz geraten. Da man durch ein fehlendes Team-Mitglied einen bedeutenden Nachteil hat, ist dies allerdings gerechtfertigt.

Free-to-Play und Ranked-Modus

Obwohl es von vielen erwartet wurde, ist "Overwatch" übrigens kein Free-to-Play-Game. Dies wurde mancherorts kritisiert, nicht zuletzt, weil es mit "Team Fortress 2" ein ähnliches Game aus dem Hause Valve gibt, das mittlerweile kostenlos spielbar ist. Angesichts des riesigen Spieleumfangs zum Start und dem Versprechen Blizzards, dass noch mehr Content und Spielmodi nachgereicht werden, ist der Preis von 40 beziehungsweise 60 Euro mehr als gerechtfertigt. Etwas enttäuschend ist, dass aktuell kein Ranked-Modus verfügbar ist. Laut "Overwatch"-Game-Director Jeff Kaplan soll dieser aber Ende Juni implementiert werden.

Fazit

Mit "Overwatch" ist Blizzard wieder ein fantastisches Game gelungen, das wirklich Spaß macht und bei dem fast alles passt. Der Shooter weist derart viele Facetten und Spielemöglichkeiten auf, dass auch der Langzeitspielspaß gesichert ist. Mehr Spielmodi und Karten würden dem Game gut tun, sind angesichts des riesigen Umfangs allerdings ein Jammern auf hohem Niveau. Blizzard hat mit dem Shooter das Genre zwar nicht neu erfunden, aber positiv verändert und weiterentwickelt, wodurch auch all jene angesprochen werden, die bisher nichts mit derartigen Games anfangen konnten. Insbesondere die Detailverliebtheit des Games, die perfekte Abstimmung der Helden und die von Blizzard typische Politur seiner Spiele, macht "Overwatch" zu einem Titel, an dem es eigentlich kein Vorbei gibt. (Daniel Koller, 29.05.2016)

"Overwatch" ist für Windows, Xbox One und PS4 erschienen. Ab 16 Jahren. UVP: 40 beziehungsweise 59 Euro.

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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