Serbiens Präsident am Wochenende zum ersten Besuch in Sarajevo

27. Mai 2016, 11:30
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Gelegenheit bietet ein weiteres Treffen im Rahmen des Brdo-Brioni-Prozesses

Belgrad – Ein Jahr vor dem Ablauf seiner Amtszeit wird Serbiens Präsident Tomislav Nikolic an diesem Wochenende nun zum ersten Mal Sarajevo besuchen können. Die Gelegenheit dazu wird ein weiteres Westbalkantreffen im Rahmen des Brdo-Brioni-Prozesses bieten, das heuer in der bosnischen Hauptstadt stattfindet.

Gastgebern ist das bosnische dreiköpfige Staatspräsidium. Neben Präsidenten Sloweniens und Kroatiens, Boris Pahor und Kolinda Grabar-Kitarovic, werden am Treffen auch noch die Staatschefs Serbiens, Montenegros, Albaniens, Mazedoniens und des Kosovo teilnehmen. Als Ehrengast wurde heuer Italiens Präsident Sergio Mattarella eingeladen. Beim letzten Treffen im Vorjahr in Zagreb war dies Bundespräsident Heinz Fischer.

Erneute Einladung

Eigentlich sollte Nikolic bereits im letzten Sommer Bosnien-Herzegowina besuchen. Wegen des Streits um die Festnahme des Ex-Kriegskommandanten von Srebrenica Naser Oric in der Schweiz auf Basis eines serbischen Haftbefehls war Nikolic kurz vor dem Besuchstermin von bosnischer Seite wieder ausgeladen worden. Unterdessen hat bosnisches Staatspräsidiumsmitglied Bakir Izetbegovic eine erneute Einladung an Nikolic gerichtet. Zum Besuch soll es im Herbst kommen.

Der ehemalige Ultranationalist Nikolic hatte gleich nach der Wahl zum Präsidenten Serbiens im Jahre 2012 für Unmut in Bosnien-Herzegowina und Kroatien mit seinen Äußerungen zu Srebrenica und Vukovar gesorgt. Er bestritt unter anderem den Völkermord in der einstigen ostbosnischen Enklave und sprach vom "großen Verbrechen". Für die ostkroatische Stadt Vukovar meinte er, dass sie eigentlich eine serbische Stadt wäre.

Kroatien-Besuch in Vorbereitung

Der im Jahre 2013 ins Leben gerufene Brdo-Brioni-Prozess hatte im Vorjahr Nikolic eine erste Gelegenheit auch für einen Besuch in Kroatien geboten. Sein angestrebter erster offizieller Besuch in Kroatien wird nämlich ebenfalls noch immer vorbereitet.

Die Westbalkangipfel haben zum Ziel, durch die EU-Annäherung die regionale Zusammenarbeit und die Lösung offener Fragen zu fördern. (APA, 27.5.2016)

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