Kiefergymnastik: Was Kaugummis bringen

27. Mai 2016, 12:18
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Kaugummikauen kann eine positive Wirkung haben – es reduziert Stress und regt den Stoffwechsel an

Kaugummikauen kann gut für die schlanke Linie sein: Dies ist das Ergebnis einer der jüngsten Studien zu den "Auswirkungen des Kaugummikauens auf die Gesundheit". Relativierend an dieser Erkenntnis: Die Studie wurde von einem Kaugummihersteller in Auftrag gegeben.

Die demnach neueste Erkenntnis: Kaugummikauen hilft nicht nur Heißhunger zu reduzieren, sondern führt auch häufig dazu, dass zu den Hauptmahlzeiten weniger Kalorien aufgenommen werden. Voraussetzung: Es muss zuckerfreier Kaugummi sein. Zudem wird der Appetit auf süße oder würzige Speisen vor allem durch Pfefferminz-Geschmack gemindert.

Kaugummis sind beliebt: 7,7 Prozent der Deutschen kauen täglich, 20,6 Prozent mindestens einmal in der Woche. Warum? Weil das Kauen von Kaugummis zum Beispiel einen positiven Einfluss auf die Stressbewältigung, das Konzentrationsvermögen und die Aufmerksamkeit hat. Eine japanischen Studie attestiert dem Kaugummikauen eine Erhöhung der Blutzufuhr zum Gehirn um bis zu 25 Prozent.

Die anregende Wirkung des Kaugummis kommt dabei weniger von den Inhaltsstoffen (zum Beispiel Minze), sondern vielmehr durch die Arbeit der Kaumuskulatur, die die Blutversorgung des Kopfes und damit die Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessert. Zusätzlich wird das Gehirn durch die Reizung des dicht mit Nerven durchzogenen Mundraums angeregt.

Kauen und Stoffwechsel

Eine Studie der renommierten Mayo-Klinik in den Vereinigten Staaten stellte fest, dass durch das Kaugummi-Kauen die Stoffwechselrate um zirka 20 Prozent erhört wird. Ungefähr 11 Kilokalorien können Kaugummi-Freunde pro Stunde "wegkauen". Durch fleißiges Kauen kalorienfreier Kaugummis ist es möglich, bis zu fünf Kilogramm im Jahr abzunehmen.

Kaugummi kann auch Sodbrennen reduzieren. Beim Kauen wird Speichel produziert, der bei Reflux die Schleimhaut der Speiseröhre schützt, indem er die Magensäure verdünnt. Das Stimulieren des Speichelflusses hat auch eine positive Wirkung auf die Mundgesundheit.

Der ph-Wert im Mundraum steigt wieder an, Speisereste und schädliche Säuren werden von den Zähnen weggewaschen. Zuckerfreie Kaugummis sind noch zahnfreundlicher, sie lassen schädliche Bakterien quasi verhungern.

Ups, geschluckt

Um ein altes Vorurteil zu entkräften: Kaugummi verklebt entgegen einer landläufigen Meinung beim Verschlucken nicht den Magen. Im Magen oder spätestens im Dünndarm werden alle verdaulichen Inhaltsstoffe herausgelöst und aufgenommen. Die unverdauliche restliche Masse wird wieder ausgeschieden.

Die Lust am Kaugummikauen haben die Menschen übrigens schon vor Jahrtausenden entdeckt. Ausgrabungen haben gezeigt dass schon in der Steinzeit bestimmte Baumharze gekaut wurden. (red, 27.5.2016)

Tipps für Kaugummiunfälle:

Jeder kennt es: Kaugummi klebt am Schuh. Die beste Methode ihn zu entfernen ist, den Schuh kurz in die Tiefkühltruhe zu legen. Die Kälte lässt den Kaugummi bröselig werden.

Kaugummi im Haar ist besonders lästig. Ein Grund, die Haare abzuschneiden, ist es trotzdem nicht. Stattdessen sollte man den Kaugummi mit Öl behandeln. Salatöl eignet sich bestens. Es macht den Kaugummi brüchig, was ein Auskämmen möglich macht. Danach Haare waschen. Eine Alternative für das Entfernen von Kaugummi aus den Haaren kann auch Nagellackenttferner sein.

  • Wenn Kaugummiblasen platzen und in den Haaren kleben bleiben, hilft Öl.
    foto: istock

    Wenn Kaugummiblasen platzen und in den Haaren kleben bleiben, hilft Öl.

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