4K, HDR und Co erklärt: Was moderne Fernseher können

28. Mai 2016, 09:42
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Eine neue Generation von TV-Geräten hat sich in den Geschäften etabliert – wir entschlüsseln den Technik-Sprech

Die Labels, die viele Hersteller großzügig auf den Verpackungen ihrer Flimmerkisten verteilen, wirken bedeutsam, aber nicht unbedingt schlüssig. Eine heikle Angelegenheit, schlägt doch ein TV-Kauf gut und gerne mit einem höheren dreistelligen Betrag zu Buche. Zeit also, den Jargon der schönen neuen Fernsehwelt zu übersetzen.

Curved Display

"Curved Displays" sind, wie die Übersetzung schon verrät, gekrümmte Bildschirme. Ein Trend, der vor wenigen Jahren bei teuren Spitzenmodellen begonnen und langsam auch seinen Weg in mittlere Preissegmente gefunden hat. Die nach innen gebogene Bildfläche soll ein größeres Räumlichkeitsgefühl vermitteln und dem Seher ein immersiveres Filmerlebnis bescheren. Wie gut dies funktioniert, ist umstritten. Wer von der Seite auf den Fernseher blicken muss, kann die Krümmung eher als störend empfinden.

foto: ap

4K/Ultra HD

"4K" steht für den nächsten Standard in Sachen Bildschirmauflösung. Lag dieser lange bei 1920 × 1080 Pixel, auch "Full HD" genannt, bieten einige neue Geräte bereits 3840 × 2160 Pixel auf, wobei die rund 4000 Pixel der Bildhorizontale für den von der Branche forcierten Begriff Pate stehen. Vermarktet wird die höhere Auflösung auch als "Ultra HD". Dass sich hier rund viermal mehr Pixel auf dem Schirm tummeln als bei früheren Fernsehern, beschert dem geneigten Seher ein schärferes Bild. Allerdings nur, wenn auch die konsumierten Inhalte in dieser Auflösung geliefert werden.

Und hier ist die Auswahl noch dürftig. Streaming-Anbieter wie Netflix haben derzeit noch ein sehr überschaubares Sortiment an 4K-Content. Wer lieber zur Scheibe greift, könnte an der neuen Ultra-HD-Blu-ray gefallen finden. Für diese muss allerdings ein eigenes Abspielgerät angeschafft werden, und das Filmsortiment lässt ebenfalls noch zu wünschen übrig.

HDR

Der Begriff "HDR" dürfte Kamerabesitzern schon bekannt sein. Er steht für "High Dynamic Range", also ein "breites dynamisches Farbspektrum". Konkret wird damit ein softwaregesteuerter Prozess beschrieben, der automatisch Bildverbesserungen vornimmt, um bei der Aufnahme entstandene Defizite – etwa zu stark abgedunkelte Bereiche aufgrund hellen Lichteinfalls – auszugleichen.

Ziel ist es, das Endergebnis somit der Wahrnehmung des menschlichen Auges bzw. der Vorstellung des Produzenten besser entsprechen zu lassen. Technisch realisiert wird dies unter anderem mit der Möglichkeit, durch die Übermittlung von Informationen mit dem Filmmaterial die Helligkeit des Bildschirms gezielt zu steuern. Dieser muss allerdings bestimmte Mindestspezifikationen hinsichtlich seines Farbspektrums und der Beleuchtung erfüllen.

Es gibt für HDR zwei Standards: HDR10 und das technisch etwas fortgeschrittenere Dolby Vision. Ob und welche unterstützt werden, kann sich von Gerät zu Gerät unterscheiden. Fernseher mit dem Label "Ultra HD Premium" bringen aber auf jeden Fall 4K-Auflösung und Unterstützung für HDR10 mit. Im Handel sind solche Geräte erst seit Ende des vergangenen Jahres, folglich findet man sie derzeit ausschließlich in höheren Preissegmenten.

foto: afp

Smart-TV

Das Schlagwort "Smart" ist unter allen Technikbegriffen der Fernsehwelt wohl jener, der sich am weitesten dehnen lässt. Im Kern bedeutet er, dass die Grundfunktionen des Fernsehers mit Internetkonnektivität und Zusatzprogrammen, genannt "Apps", erweitert werden. Beispielsweise bringt ein TV-Gerät dann einen eigenen Browser mit, ermöglicht den Abruf von Youtube-Videos oder eine Direktverbindung zu Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon Video. Viele ermöglichen auch die drahtlose Verbindung zu Tablets, Smartphones und anderen Geräten, um von diesen gesteuert zu werden und Inhalte zu empfangen.

Darüber hinaus kann die Ausstattung stark schwanken. Während einige Smart-TVs nur über ein vorgegebenes Set an Apps verfügen, bieten andere den Download weiterer Software aus einem eigenen Katalog an. Einige Geräte gehen sogar noch weiter und lassen sich auch nutzen, um andere vernetzte Geräte im Haushalt anzusteuern. So lässt sich dann etwa vom Sofa aus das Licht steuern oder die Klimaanlage regeln.

Funktionen wie diese sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Einige smarte Fernseher sind in der Vergangenheit mit teils schweren Sicherheitslücken aufgefallen, die die Privatsphäre und Daten ihrer Besitzer gefährdeten. Und längst nicht jeder Hersteller liefert regelmäßig Sicherheitsupdates für die Software auf seinen Flimmerkisten. (Georg Pichler, 27.05.2016)

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