Australien ließ Verweise auf Klimaschäden aus UN-Bericht streichen

27. Mai 2016, 10:36
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Umweltaktivisten finden das Verhalten der konservativen Regierung "extrem verstörend"

Sydney – Aus einem UN-Bericht über Klimaschäden an wichtigen Tourismuszielen sind auf Druck Australiens alle Verweise auf australische Orte gestrichen worden, darunter auch der auf das berühmte Great Barrier Reef. Wissenschafter und Aktivisten bezeichneten die Manipulation der konservativen Regierung am Freitag als "extrem verstörend".

Die Studie mit dem Titel "Welterbe und Tourismus in einem sich ändernden Klima" wurde am Donnerstag gemeinsam von der Unesco, dem UN-Umweltprogramm und dem Forscherverband Union of Concerned Scientists (UCS) veröffentlicht. Darin werden die Auswirkungen der Klimaerwärmung unter anderem auf die New Yorker Freiheitsstatue, auf Venedig und Stonehenge beschrieben. Im Entwurf gab es Verweise auf bedrohte Orte in insgesamt 29 Ländern.

Umweltministerium protestierte gegen Hinweise

Als das australische Umweltministerium sah, dass das von einer massiven Korallenbleiche befallene Great Barrier Reef und zwei weitere australische Reiseziele aufgeführt werden sollten, legte es Protest ein und ließ die Erwähnungen streichen. Als Grund wurde genannt, dass der Welterbestatus dieser Orte sowie die Auswirkungen des Klimawandels vermengt würden, was dem Tourismus schaden könne.

"Sie wollen den Australiern Sand in die Augen streuen, um die Bedrohungen für unsere größten Naturwunder zu verschleiern", sagt Greenpeace-Aktivistin Shani Tager. Kein anderes Land habe gefordert, dass Abschnitte des Berichts gelöscht werden, sagte der an der Studie beteiligte Wissenschafter Will Steffen. (APA, 27.5.2016)

  • Das Great Barrier Reef ist massiv von Korallenbleiche betroffen.
    foto: apa/afp/xl catlin seaview survey

    Das Great Barrier Reef ist massiv von Korallenbleiche betroffen.

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