Uniqa sieht sich trotz Gewinneinbruchs für 2016 auf Kurs

26. Mai 2016, 08:57
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CEO: Weitgehend wie geplant – Kapitalerträge ebenfalls abgeschmolzen, doch auch Prämienrückgang sollte sich in nächsten Quartal erholen

Wien – Der Uniqa-Versicherungskonzern sieht sich ungeachtet einer Halbierung der Gewinne im ersten Quartal für heuer auf Kurs. Der Rückgang bei den Kapitalerträgen und den Prämien sollten sich in den nächsten Vierteljahren abschwächen. Zudem war – wegen hoher Zukunftsinvestitionen – eine mögliche Gewinnhalbierung für das Gesamtjahr 2016 von der Uniqa schon vor einiger Zeit angekündigt worden.

Das Vorsteuerergebnis (EGT) sackte bis März um 55,7 Prozent auf 41,6 Millionen Euro ab, auch weil die Nettoerträge aus Kapitalanlagen – durch Sondereffekte und wegen der noch verschärften Niedrigzinsen – um 47,1 Prozent auf 125,5 Millionen Euro nachgaben. Das Konzernergebnis reduzierte sich um 56,9 Prozent auf 33,2 Millionen Euro.

Negative Währungseffekte

Grund für den starken Rückgang der Kapitalerträge waren primär negative Währungseffekte aus dem heuer im ersten Quartal schwächeren Dollar, denen im Vorjahresvergleich hohe positive Währungseffekte und Erträge aus dem 2015 abgeschlossenen Umbau der strategischen Veranlagungspolitik gegenübergestanden seien, erklärte die Uniqa am Donnerstag. Allein im Fremdwährungsbereich drehte sich ein 2015 im 1. Quartal positiver Effekt von 49 Millionen Euro auf heuer negative 22 Millionen Euro, immerhin eine Differenz von etwa 70 Millionen Euro, wie Konzernchef Andreas Brandstetter der APA erläuterte. Das werde sich in der Folge aber glätten.

Auch wenn die labile Situation auf den Kapitalmärkten und die historisch niedrigen Zinsen weiter belastend wirkten, gehe man auch beim Kapitalanlageergebnis davon aus, dass – nach dem Zusammentreffen mehrerer Negativeffekte im Erstquartal – die Erträge im weiteren Jahresverlauf wieder anwachsen. Die Kapitalanlagen der Uniqa Group (samt Fonds- und Indexpolizzen in Leben) stiegen von Ende 2015 bis Ende März von 29,42 auf 29,80 Mrd. Euro. Die im Gesamtjahr 2015 bei 3,2 Prozent gelegene durchschnittliche Rendite betrug nun im ersten Quartal "knapp unter zwei Prozent", nach noch 3,9 Prozent im 1. Quartal 2015, so Brandstetter.

Leichtes Wachstum bei Leben möglich

Die verrechneten Konzernprämien gaben im ersten Quartal im Jahresabstand wegen der aktiven Rücknahme der Einmalerläge in der Lebensversicherung in Summe um 15,7 Prozent auf 1,719 Mrd. Euro nach – schon im zweiten Quartal werde sich der Rückgang vergleichsweise abschwächen, wird betont; zudem sei in den kommenden Quartalen mit einem wieder steigenden Lebensgeschäft in Italien zu rechnen.

Die laufenden Prämien aller Sparten stiegen im Jahresabstand um 1,3 Prozent auf 1,481 Mrd. Euro. In der Krankenversicherung legten sie um 3,1 Prozent auf 268,9 Millionen Euro zu, und in der Schaden- und Unfallversicherung wuchsen sie um 1,8 Prozent auf 821,2 Millionen Euro.

In Leben gingen die gesamten verrechneten Prämien um 35,3 Prozent auf 628,5 Millionen Euro zurück (inkl. Sparanteile der Fonds- und Indexpolizzen); dabei nahm das Einmalerlagsgeschäft um 58,8 Prozent ab, und die laufenden Prämien sanken um 1,1 Prozent. In der Leben laufend hält der Uniqa-CEO heuer ein leichtes Wachstum für möglich. Einmalerläge nehme man praktisch nur mehr bei sofort beginnender Verrentung. Vom "neuen" Lebensversicherungsprodukt ohne Garantiezins wurden bis März bereits etwas mehr als 60.000 Stück verkauft, bis Ende 2015 waren es rund 45.000 gewesen.

Struktur-Vereinfachung bis 2017

Erfolgreich war die Uniqa heuer in technischer Hinsicht. Das versicherungstechnische Ergebnis wurde um 58,0 Prozent auf 40,1 Millionen Euro gesteigert. Die Combined Ratio – Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen – habe sich nach Rückversicherung überdurchschnittlich von 98,8 auf 95,8 Prozent verbessert. Und dies, obwohl die Kostenquote wegen der geringeren Einnahmen im Jahresabstand von 18,4 auf 22,9 Prozent zulegte.

Die Versicherungsleistungen im Eigenbehalt (nach IFRS, ohne Fonds- und Index-Sparanteile) sanken bis März durch das starke Prämienminus in Leben um 25,3 Prozent auf 1,110 Mrd. Euro. Dem standen abgegrenzte Prämien im Eigenbehalt von 1,40 Mrd. Euro (-18,0 Prozent) gegenüber. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb wuchsen 1,8 Prozent auf 341,7 Millionen Euro. Das Eigenkapital der Uniqa Group stieg seit Ende 2015 von 3,153 auf 3,294 Mrd. Euro. Die Mitarbeiterzahl sank im Jahresabstand von 13.966 auf 13.791.

Mit der Struktur-Vereinfachung des Uniqa-Konzerns, die bis spätestens im 1. Quartal 2017 "durch" sein soll, sei man im Plan, so Brandstetter. Die neuen Verträge der Vorstände – insgesamt 10 statt 22, dabei nur noch 3 statt 5 in der börsenotierten Holding – beginnen aber schon heuer im Juni zu laufen, für vier Jahre. Für einen 10-Jahres-Zeitraum hat die Uniqa ein Innovations-Investmentprogramm über 500 Millionen Euro gestartet. Von den 330 Millionen Euro Cash-Out in den ersten fünf Jahren – ab heuer – sind 260 Millionen Euro auch EGT-wirksam; davon dürfte ein hoher zweistelliger Millionen-Betrag schon 2016 anfallen. Diese Gelder fließen großteils ins "Re-Design" des Geschäftsmodells, IT-Systeme und dazu nötigen Kompetenzaufbau. Neben Thomas Polak als neuem, von außen geholten "Chief Innovation Officer" hat die Uniqa mittlerweile auch die Funktion des "Chief Information Officer" und "Chief Digital Officer" besetzt – mit Alexander Bockelmann, der seit 2013 im Konzern tätig ist.

Heta-Gläubiger

Als Heta-Gläubiger prüft die Uniqa das seit Mitte Mai auf dem Tisch liegende neue Angebot. Brandstetter sieht es aber als "deutlich attraktiver" an als das vorherige: "Es geht in die richtige Richtung", sagte er zur APA. Dabei gehe es der Uniqa nicht nur um die landesgarantierten vorrangigen Anleihen (Senior-Bonds), sondern auch um die Heta-Nachranganleihen. Ende 2015 standen bei der Uniqa von ihren 61,0 Millionen Euro Gesamtnominale 23,9 Millionen Euro als Marktwerte zu Buche, davon entfielen Nom. 25,0 Millionen Euro zu 17,1 Millionen Euro Marktwert auf die Senior Bonds, der jeweilige Rest auf Nachranganleihen. Für die Senior Bonds sieht die Nachbesserung zwar nun faktisch rund 90 statt 82 Prozent Quote vor, doch wird den Nachranggläubigern lediglich 30 Prozent geboten.

Noch einige Zeit dauern könnte der geplante Verkauf der – durchgerechnet – 11,4-Prozent-Beteiligung der Uniqa an den Casinos Austria (Casag). Brandstetter erwartet dazu eher erst für 2017 einen Abschluss. Jetzt sind einmal Behörden bzw. Gerichte am Wort: Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hatte Anfang Feber eine vertiefte Prüfung durchs Kartellgericht beantragt, die fünf Monate dauern könnte. Erst danach, bis Ende 2016, soll die gemeinsame Kontrolle eines Joint Ventures – von Novomatic und einem ursprünglich konkurrierenden tschechischen Konsortium – über die Casinos bei der BWB angemeldet werden, auf das sich die früheren Streithähne geeinigt haben. "Ich rechne mit substanziellen stillen Reserven, die wir heben können", hatte Brandstetter im August erklärt. Die Uniqa hat ihren Casag-Anteil schon länger Novomatic zugesagt. (APA, 26.5.2016)

  • Schon vor geraumer Zeit hatte die Uniqa für 2016 wegen erheblicher Zukunftsinvestitionen einen Gewinnrückgang um bis zur Hälfte gegenüber dem Rekordjahr 2015 avisiert.
    foto: reuters/leonhard foeger

    Schon vor geraumer Zeit hatte die Uniqa für 2016 wegen erheblicher Zukunftsinvestitionen einen Gewinnrückgang um bis zur Hälfte gegenüber dem Rekordjahr 2015 avisiert.

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