"Khouneh-Tekani", der iranische Frühjahrsputz

Blog30. Mai 2016, 15:01
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Die ganze Familie hilft mit, so lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen

"Nouruz" ist das iranische Neujahrsfest. 2016 wurde es am 20. März gefeiert. Dieses Fest findet jedes Jahr im Iran, in Afghanistan, Tadschikistan und noch vielen anderen Ländern statt. Mit diesem Fest wird der Frühlingsbeginn gefeiert. Der Frühjahrsputz oder "Khouneh-Tekani" ist eine Tradition, an dem sich die meisten Menschen, die Nouruz feiern, treu halten. Khouneh-Tekani heißt wörtlich übersetzt "das Haus schütteln". Damit meinen Iraner, dass das ganze Haus vor dem neuen iranischen Jahr vom Fußboden bis zur Decke geputzt, gesäubert und gereinigt werden muss.

Jede Schublade, jeder Schrank und jedes Regal und unter jedem Teppich oder Bodenbelag, jedes Sofa und jede Couch muss gereinigt und geputzt werden, ja selbst alle Fenster und Türen. Die Vorhänge und auch die Teppiche werden zur Reinigung gebracht. Die Hygiene in der Küche ist sehr wichtig, und ihr wird viel Beachtung geschenkt. Alte und nicht mehr gebrauchte Sachen werden entsorgt oder man verschenkt sie an jemanden, der etwas damit anfangen kann.

Die ganze Familie putzt

Den Frühlingsputz machen alle Familienmitglieder gemeinsam, so lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen und mitzuhelfen. Den Männern in der Familie werden eher Arbeiten wie Fensterputzen oder Möbelverschieben überlassen.

Nach dem Frühjahrsputz bekommt das Haus eine Frische, ähnlich der Frische des Frühlings. Im alten Persien glaubte man, dass Farahvahar – im zoroastrischen Glauben ein Symbol des guten Geistes – einmal im Jahr im Frühling auf die Erde kommt, die Häuser besucht und für den Segen und Glück der Familie im neuen Jahr sorgt. Deshalb will man auch heute noch, dass die Häuser in einer sauberen und ordentlichen Zustand sind.

Man löst sich von schlechten Angewohnheiten

Mit Khouneh-Tekani versuchen alle, schlechte Ereignisse des letzten Jahres ruhen zu lassen und vergangene Bitterkeiten zu vergessen. Diese Tradition gibt Menschen Mut, sich von schlechten Angewohnheiten zu lösen und einen schönen Start ins neue Jahr zu haben. (Reyhaneh Parvizian, Arvand Vaghari Fard, 30.5.2016)

Reyhaneh Parvizian, 1993 in Teheran geboren. Seit sie lesen kann, liest sie fast alles, was sie in die Hand bekommt. Was Menschen einander sagen oder zeigen, fasziniert sie immer wieder. Darum hat sie eine Vorliebe für neue Sprachen. Außer Persisch, Deutsch und Englisch spricht sie Arabisch, Französisch und Spanisch.

Arvand Vaghari Fard (Jahrgang 1993) studiert Architektur und lernt seit seiner Kindheit am Österreichischen Kulturforum Deutsch. Mit längeren Pausen freilich, die er wegen Schule und der Aufnahmeprüfung an der Universität einlegen musste. Sein Hobby ist die Fotografie.

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