Zentraleuropäer schicken Truppen ins Baltikum

25. Mai 2016, 20:05
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Unterstützung für Nato-Partner angesichts von Spannungen mit Russland

Liblice – Angesichts der Spannungen mit Russland wollen Tschechien, Ungarn, Polen und die Slowakei nächstes Jahr 600 Soldaten ins Baltikum schicken, um die dortigen Nato-Verbündeten zu stärken. Die Detailplanung werde rechtzeitig zum Nato-Gipfel im Juli in Warschau fertig, sagte Tschechiens Verteidigungsminister Martin Stropnicky nach einem Treffen mit seinen drei Kollegen am Mittwoch in Liblitz (Liblice).

"Wir wollen am 1. Jänner starten", sagte Stropnicky. Die früheren Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen sehen sich durch Russlands Annexion der Krim und die Ukraine-Krise besonders bedroht. Jeder der drei Balten-Staaten will deswegen ein Nato-Bataillon von bis zu 1000 Soldaten auf seinem Territorium.

Die vier zentraleuropäischen Staaten wollen den Balten je 150 Soldaten schicken, die nach drei Monaten ausgetauscht werden sollen. Wo genau sie stationiert werden, soll nach dem Juli-Gipfel festgelegt werden.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier reist von Donnerstag bis Freitag ins Baltikum, um in Litauen, Lettland und Estland Gespräche zu führen. Dabei würden auch Sicherheitsinteressen und die Stabilität in der Region Thema sein, erklärte Steinmeier am Mittwoch. Er wird am Donnerstag Gespräche in der litauischen Hauptstadt Vilnius und in Lettlands Hauptstadt Riga führen. Am Freitag trifft er in der estnischen Hauptstadt Tallinn Regierungsvertreter. (APA, 25.5.2016)

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