Ich liebe den Frühling

Blog30. Mai 2016, 15:00
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Die Vor-Nouruz-Zeit empfinden die meisten als die Zeit des Grauens – in den Einkaufspassagen gibt es lange Warteschlangen

Ich liebe den Frühling, in dem die Natur zu neuem Leben erwacht, die Blüten der Schneeglöckchen sich ihren Weg durch den Schnee kämpfen und die Menschen sich verlieben. Aber ich liebe den Frühling vor allem, weil es mit dem "Nouruz"-Fest verbunden ist, dem iranischen Neujahrsfest. Die Familie spielt eine zentrale Rolle. Man plant gemeinsam die Feiertage, deckt zusammen den Sieben-Sin-Tisch und freut sich auf das Beisammensein.

Die Vor-Nouruz-Zeit empfinden die meisten als die Zeit des Grauens, denn in jedem Geschäft und in jeder Einkaufspassage muss man in einer endlos langen Warteschlange stehen. Bis zum letzten Moment kämpft man sich durch die überfüllten Staßen durch, um die letzten Geschenke für Familie und Freunde zu besorgen. Doch sobald man mit der Familie am Sieben-Sin-Tisch sitzt und auf das neue Jahr wartet, ist alles vergessen.

Viele nutzen die Gelegenheit und verreisen, andere bleiben zu Hause und genießen die Ruhe und Entspannung. Wenn man das Glück hat und sich im Frühling in Shiraz aufhält, nimmt man in der ganzen Stadt den betörenden Duft der Orangenblüten wahr, als wäre man mitten im Paradies. (Pouneh Ghaemdoust, 30.5.2016)

Pouneh Ghaemdoust unterrichtet seit 16 Jahren Deutsch als Fremdsprache, seit zehn Jahren am Österreichischen Kulturforum Teheran (ÖKFT). Sie ist in Deutschland aufgewachsen. Ihre Doktorarbeit verfasste sie über deutsche und persische Kinderliteratur. Ghaemdoust arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ihr ist es wichtig, "nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch Kultur zu vermitteln". Die Arbeit mit der Zeitung ist ein wichtiger Bestandteil im Unterricht und fördere die Freude am Lernen einer Sprache. Das sei oft eine Herausforderung, aber zugleich auch eine Motivation.

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