Studie: Österreicher bluffen gern bei Technikwissen

25. Mai 2016, 16:32
37 Postings

Österreicher outen sich als technikinteressiert. Wenn es darauf ankommt, wird geblufft, denn mit Begriffen wie Cloud und Glasfaser sind nicht alle vertraut

Wien – Virtual-Reality-Brillen, fahrerlose Autos, intelligente: Sowohl die Österreicher (63,6 Prozent) als auch die Europäer (55 Prozent) finden neue Technik spannend. Das ergab zumindest eine aktuelle, europaweite Verbraucherumfrage, die vom koreanischen Elektronik-Riesen Samsung in Auftrag gegeben wurde. Fast die Hälfte der Befragten in Österreich (49,7 Prozent) nutzt demnach schon heute mehr Technik im Alltag als noch vor zwei Jahren. Doch die neue Technikwelt mit ihren vielen Fachwörtern ist auch komplex: 73 Prozent der Österreicher haben schon einmal vorgegeben, einen Begriff zu kennen, ohne ihn wirklich zu verstehen.

Die Begriffe, bei denen die Österreicher am häufigsten Wissen vortäuschten, waren "Cloud", "Glasfaser" und "On-Demand". Der mit 18 Prozent wichtigste Grund zu bluffen, ist laut Studie, sich nicht vor Arbeitskollegen zu blamieren. Was Emojis betrifft, so empfinden sich die Österreicher als Insider. Nur elf Prozent mussten schon einmal so tun, als wüssten sie, was dieses kleine Symbol ist, obwohl dies nicht der Fall war.

Wenige Technikabhängigkeit in Österreich

Innovationen wie die Cloud oder das Internet der Dinge werden insgesamt von mehr als der Hälfte aller befragten Personen als gute Entwicklungen bewertet. 52 Prozent gab an, die Technologie in ihren Alltag weitaus mehr als vor zwei Jahren zu integrieren. Für 13 Prozent ist ein Leben ohne Technologie kaum mehr vorstellbar. Anders schaut es in Österreich aus, wo zwar auch die Hälfte der Befragten (49,7 Prozent) mehr Technik nutzt, als vor zwei Jahren, aber lediglich 4,4 Prozent angaben, komplett auf die Technik im Alltag angewiesen zu sein.

Komplizierte Fachsprache stellt für 22 Prozent der Österreicher eine Hürde dar. In der Praxis – so heißt es – würden die Betroffenen auch nur einen Bruchteil der Möglichkeiten nutzen, die ihnen ihre technischen Geräte eröffnen. In Rumänien sind es sogar mehr als ein Drittel (35 Prozent), in den Niederlanden hingegen nur elf Prozent. Fast die Hälfte der Österreicher (74 Prozent) besitzt laut eigenen Aussagen mindestens ein Gerät, dessen innovative Funktionen nicht zum Einsatz kommen.

Insider bei Emojis

Was Emojis betrifft, so tun sich viele europäische Nachbarn mit dem Begriff schwerer als die Österreicher. In Rumänien etwa täuschen rund 27 Prozent der Befragten trotz Unwissen vor zu wissen, was Emojis sind, dicht gefolgt von Italien (26 Prozent). Grundsätzlich wissen mehr Frauen europaweit, was sich hinter dem Begriff versteckt. Im europäischen Durchschnitt mussten 89 Prozent noch nie so tun, als wüssten sie, was Emojis sind, im Vergleich zu 85 Prozent der Männer. Dafür punkten Männer, wenn es um die Begriffe "Streaming" und "Glasfaser" geht – die Wahrscheinlichkeit, in diesem Zusammenhang zu flunkern, ist vier Prozent geringer als bei Frauen.

Die beliebtesten Apps

Welche Apps erleichtern uns den Alltag am meisten? Die Antwort auf diese Frage fiel recht eindeutig aus. Die meisten Europäer (66 Prozent) reihten Apps, die ihnen den Weg weisen können, auf den ersten Platz. Wetter Apps (56 Prozent) und die Smartphone Kamera (51 Prozent) landeten auf Platz Zwei und Drei. In Österreich gaben 58 Prozent Karten-Apps an und sichern sich damit die Spitzenposition vor den Kalender-Apps, die mit mehr als 56 Prozent fast ebenso häufig genannt wurden. Auch die Wetter-App ist bei 53 Prozent der Österreicher beliebt, dicht gefolgt von der Kamera (52,6 Prozent). (red, 25.5.2016)

Opinium Research führte im Auftrag von Samsung Electronics Europe zwischen 16. März und 1. April 2016 insgesamt 10.138 Online-Interviews mit volljährigen Personen in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Ungarn, Italien, Portugal, Niederlande, Norwegen, Polen, Spanien, Rumänien, Schweden und der Schweiz durch. Es wurde in keinem Land eine Gewichtung der Stichproben vorgenommen.

  • Ein Handy aus der "Mobiltelefon-Steinzeit".
    foto: apa/schneider

    Ein Handy aus der "Mobiltelefon-Steinzeit".

Share if you care.