Wave: Neue App führt Wiener Öffis, Car2Go und City Bike zusammen

26. Mai 2016, 17:22
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Nutzer können in natürlicher Sprache etwa nach der nächsten U-Bahn fragen

Wien hat eine neue App für öffentliche Verkehrsmittel. Wave führt Informationen der Wiener Linien, von Car2Go und City Bike zusammen. Dabei greift die App auf offene Echtzeitdaten zurück. Die Abfrage erfolgt nicht über ein Interface, wie man es von vielen anderen Navigations-Apps kennt, sondern basiert auf Eingaben in natürlicher Sprache.

Spracherkennung

Nutzer können etwa abfragen, wann die nächste U-Bahn einer bestimmten Linie kommt – die Funktion erinnert an die App Wann, die vom gleichen Entwickler stammt. Man kann sich zeigen lassen wo der nächste Standort eines Car2Go-Fahrzeugs befindet oder wie viele City Bikes in der Umgebung frei sind. Die Informationen werden wie in einem Messenger in Dialogform aufbereitet. Die Anfrage kann man tippen oder per Spracherkennung als verbale Frage stellen – etwa "Wann kommt die nächste U1?".

Wave – das entsprechend den Beinamen "Mobilitätsassistentin" trägt – antwortet schriftlich und barrierefrei auch per Sprachausgabe mit einer kleinen Erklärung und den Informationen. Verrät man der App wo man wohnt, indem man "Ich wohne xxx" eingibt, kann man die App zu einem späteren Zeitpunkt auch mit "Zeig mir den Weg nach Hause" bitten, eine entsprechende Route aufzuzeigen.

Fragt man, wie man zu einem bestimmten Ort gelangt, erklärt Wave den Weg kurz in einem Satz und listet danach die Verbindungen auf. Damit Wave funktioniert muss man die App auf die Standortdaten zugreifen lassen, da sie sich am Aufenthaltsort des Nutzers orientiert.

Schnell und einfach aber mit kleinen Makeln

Wave antwortete im Kurztest relativ schnell und die Bedienung ist sehr einfach, allerdings weist die App noch Verbesserungspotenzial auf. So reicht es nicht einfach "U4" einzutippen oder einzusprechen um Informationen zu den nächstgelegenen Stationen zu erhalten. Es muss zumindest "Wann nächste U4" sein. Die App Wann hingegen zeigt automatisch Stationen in der Umgebung und die Abfahrt des nächsten Verkehrsmittels.

Die Sprachausgabe ist praktisch für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Auf die Frage "Wo bin ich" liefert die App aber beispielsweise nur einen Kartenausschnitt, ohne die Adresse auch anzusagen. Wer die Sprachausgabe nicht benötigt und eine diskrete Auskunft will, muss die Lautstärke des Handys verringern, denn deaktivieren lässt sie sich in der App nicht.

Entwickelt wurde Wave von Patrick Wolowicz, der sich im Rahmen der Initiative "Offene Öffis" 2013 für die Freigabe der Daten öffentlicher Verkehrsmittel engagiert hatte. Mit Wave gewann er im Oktober 2015 die App Challenge der ESA (European Space Agency). Die App steht seit wenigen Tagen kostenlos für iOS zur Verfügung. (Birgit Riegler, 26.5.2016)

  • Wave führt per Spracherkennung und -ausgabe durch den Wiener Stadtverkehr.
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    Wave führt per Spracherkennung und -ausgabe durch den Wiener Stadtverkehr.

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