Salzburger Gemeinderat beschließt neue Megagarage

25. Mai 2016, 14:38
45 Postings

SPÖ und ÖVP stimmen mit Teilen der Neos für die Erweiterung der Mönchsberggarage. Der Umbau soll 25 Millionen Euro kosten

Salzburg – Es ist schon ein großes Ding, das der Salzburger Gemeinderat am Mittwoch verabschiedet hat: Die Altstadtgarage im Mönchsberg soll um rund 650 auf gut 2.000 Stellplätze erweitert werden. Kostenpunkt nach ersten Schätzungen: 25 Millionen Euro. Im Gegenzug sollen an der Oberfläche Stellplätze verschwinden, allerdings mindestens um die Hälfte weniger, als unter Tag dazukommen.

Am Mittwoch haben SPÖ, ÖVP und Teile der Neos im Gemeinderat die Änderung des Flächenwidmungsplans beschlossen. Jetzt ist das Land als Aufsichtsbehörde am Zug: Der Beschluss muss noch bestätigt werden.

Der von der im Eigentum von Stadt und Land – Verhältnis 60:40 – stehenden Garagengesellschaft angestrebte Baubeginn im Herbst ist allerdings noch längst nicht fix. Schon in der Vergangenheit musste der Baubeginn nach rechtlichen, aber auch planerischen Problemen mehrmals verschoben werden. Diesmal könnte die Aufsichtsbehörde auf die Bremse steigen.

Öffi-Anteil sinkt

Die verkehrspolitische Ausgangslage ist schon vor dem Bau zusätzlicher Stellplätze in der Altstadt nicht besonders: Nach Wien würden die Autofahrer in der Stadt Salzburg die längsten Stauzeiten in Kauf nehmen müssen, sagt Gemeinderat Karl Michael Blagi (FPÖ). Bei einer Fahrzeit von 30 Minuten entfielen im Schnitt acht Minuten auf die Stauzeit.

Der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr habe seit 1996 von 21 auf zwölf bis 14 Prozent abgenommen. Ein Grund dafür sei die Tarifgestaltung. Während in Graz das Jahresticket auf 228 Euro komme, habe man in Salzburg ab Juli 379 Euro zu bezahlen. Einzig der hohe Radfahreranteil von etwa 20 Prozent halte die Verkehrswege noch einigermaßen bewältigbar.

Salzburg bleibt Autostadt

Dass Salzburg dennoch eine Autostadt bleiben wird, verdeutlichten vor dem Garagenbeschluss die Wortmeldungen aus den Reihen von SPÖ und ÖVP. Auch wenn durch die Megagarage rund 3.600 neue Fahrten pro Tag erzeugt werden dürften, verlangt beispielsweise Peter Harlander (ÖVP), um die Wegstrecken und so die Staus zu verkürzen, zusätzliche Autobahnanschlüsse, die vom Stadtgebiet aus die West- und die Tauernautobahn erschließen.

Für die SPÖ spielt Bernhard Auinger angesichts von rund 80.000 Pendlern täglich den Ball ans Land und die Raumordnung weiter: "Das Problem kommt von außen herein", sagt der Gemeinderatsklubobmann. So würden in der im Süden der Stadt liegenden Gemeinde Elsbethen auf einem direkt an der S-Bahn liegenden Grundstück nur 20 Wohnungen gebaut; auf dem Gaisberg, "wo sicher nie ein Bus hinkommen wird", würden hingegen zahlreiche Grundstücke umgewidmet. (Thomas Neuhold, 25.5.2016)

  • Einfahrt in die Mönchsberggarage. Kritiker der Garagenerweiterung weisen auch auf die oft leerstehenden Parkdecks hin.
    foto: stephan huber

    Einfahrt in die Mönchsberggarage. Kritiker der Garagenerweiterung weisen auch auf die oft leerstehenden Parkdecks hin.

Share if you care.