17 mutmaßliche Dealer in Tirol ausgeforscht

25. Mai 2016, 13:00
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Laut Polizei verkauften sie in den vergangenen vier Monaten 30 Kilogramm Marihuana. Den Beamten sind rund 70 Abnehmerbekannt

Innsbruck – Die Polizei hat eine 17-köpfige Drogenbande, die in den vergangenen vier Monaten rund 30 Kilogramm Marihuana in Tirol in Umlauf gebracht haben soll, dingfest gemacht. Der Straßenverkaufswert betrage rund 300.000 Euro, berichtete das Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch. Über 13 Beschuldigte wurde die Untersuchungshaft verhängt. Zudem konnten bisher an die 70 Abnehmer ausgeforscht werden.

Drogen kamen mit dem Zug

Bei den Verdächtigen handelt es sich um vier Österreicher (drei Frauen und ein Mann) und 13 Afghanen im Alter von 18 bis 33 Jahren mit Wohnsitz in Tirol. Die Drogen wurden laut den Ermittlern großteils mit dem Zug von Wien nach Innsbruck gebracht. Das Suchtgift soll die Gruppe dann im Großraum Schwaz, Innsbruck und Imst verkauft haben. Bei mehreren Hausdurchsuchungen konnten die Beamten insgesamt vier Kilogramm Marihuana, 10.000 Euro Bargeld und Drogenverpackungsmaterial sicherstellen.

Ausgangspunkt der mehrmonatigen Ermittlungen war der Fund von zwei Kilogramm Marihuana und 5.000 Euro Bargeld in einer von vier afghanischen Staatsbürgern bewohnten Wohnung in Innsbruck im Dezember 2015. Der Hausdurchsuchung sei eine fremdenpolizeiliche Kontrolle vorausgegangen, teilte die Exekutive mit. Das Landeskriminalamt habe daraufhin seine Ermittlungen im Umfeld der jungen Männer intensiviert.

Klare Rollenverteilung

Im Zuge der Ermittlungen hätten sich Hinweise ergeben, dass die Gruppe bereits seit Sommer 2015 einen regen Marihuanahandel betrieben hatte. Dabei sollen ihre Mitglieder stets mit vordefinierter Rollenverteilung und streng arbeitsteilig agiert haben, erklärten die Beamten. Während die länger ansässigen Beschuldigten für die Organisation und den Vertrieb zuständig waren, seien die Kuriere aus jungen bzw. erst vor kurzem in Österreich angekommenen Afghanen rekrutiert worden. Die österreichischen Verdächtigen in dieser Gruppierung hätten als Vermittler und Unterhändler laut Polizei eine "eher untergeordnete Rolle" gespielt.

13 Verdächtige befinden sich in der Justizanstalt in U-Haft, vier wurden auf freiem Fuß angezeigt. Die Ausforschung weiterer Abnehmer sei noch nicht abgeschlossen, hieß es. (APA, 25.5.2016)

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