Thiem will mehr: "Fühle mich spielerisch sehr wohl"

25. Mai 2016, 12:51
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22-Jähriger kommt trotz erneuten Nizza-Siegs mit anderer Einstellung nach Paris – Über Garcia-Lopez soll es erstmals in Runde drei gehen

Paris – Die erste Hürde ist genommen, nach den Plänen von Dominic Thiem soll es nur eine von mehreren sein. Der 22-Jährige möchte am Donnerstag gegen Guillermo Garcia-Lopez bei seinen dritten French Open erstmals die dritte Runde erreichen. Als Nummer 13 des Turniers ist das Erreichen der zweiten Woche und ein Achtelfinale gegen Rafael Nadal natürlich im Hinterkopf.

Trotz der Duplizität der Ereignisse, also des neuerlichen Turniersiegs in Nizza und der knappen Anreise nach Roland Garros, ist Thiems Herangehensweise an seinen Saisonhöhepunkt eine ganz andere. Vor einem Jahr kam er noch als Nummer 31 nach Paris, nun ist er Top-15-Spieler – die Ansprüche sind dementsprechend gestiegen.

Nizza? Paris!

"Letztes Jahr habe ich den ganzen Fokus auf Nizza gelegt, auf das Finale, und war dann auch ziemlich müde und leer", sagt Thiem. Er sei dann auch bis Sonntag an der Côte d'Azur geblieben. "Dieses Jahr ist das Hauptaugenmerk ganz klar auf den French Open. Nizza war eine super Vorbereitung, aber sobald der Matchball dort gespielt war, bin ich gleich hierher gereist."

Die Mission lautet, in seinem zehnten Grand-Slam-Turnier zum zweiten Mal nach den US Open 2014 das Achtelfinale zu erreichen. "Es ist ein Unterschied, was das Ziel ist und was ich denke. Ziel ist auf jeden Fall, einmal wieder in die zweite Woche zu kommen, da will ich gar nicht lügen", sagt Thiem, aber man habe schon gegen Inigo Cervantes gesehen, wie schwierig es sei.

Aller Anfang ist schwer

Die nächste Hürde heißt nun Guillermo Garcia-Lopez. Erneut ein Spanier, erneut ein Spieler, an den sich Thiem erst herantasten muss, weil er noch nie gegen ihn gespielt hat. "Das ist auch ein unangenehmes Los und für die zweite Runde sicher einer der stärkeren Spieler, die man haben kann." Garcia-Lopez ist aktuell Nummer 51 der Welt, sein bestes Resultat 2016 war ein Halbfinale in Bukarest.

Thiem ist auch in diesem Match Favorit, zudem attestiert er sich trotz Anlaufschwierigkeiten beim Viersatzsieg gegen Cervantes "von den Schlägen her sicher das beste Match seit einigen Wochen". Er habe in Nizza auch viel trainiert. "Jetzt fühle ich mich spielerisch wieder sehr wohl."

Kein Angstgegner Anderson

Coach Günter Bresnik stört ein wenig, dass Thiem immer eine Aufwärmphase braucht. "Er spielt am Anfang zu lange verhalten." Da hilft es, wenn der Coach ein kleines Kommando auf den Platz schreit. Coaching ist offiziell nicht erlaubt, doch in gewissem Rahmen wird es geduldet. Gegen Cervantes war es etwa der Hinweis, dessen erste Aufschläge weiter vorne zu retournieren. "Das ist ganz wichtig. Es sind nur Kleinigkeiten, die in manchen Fällen sogar das Match entscheiden können", sagt Thiem.

Ein Seitenblick auf die mögliche dritte Runde in Thiems Raster-Ast brachte noch am Dienstag eine Überraschung. Der von der Setzung her "programmierte" Drittrundengegner Kevin Anderson (RSA-18) unterlag dem Franzosen Stephane Robert in vier Sätzen. (APA, red, 25.5.2016)

  • Kann Thiem schon in diesem Jahr die Top Ten knacken?
    foto: apa/feferberg

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