Basketball: Meisterpokal günstig zu vergeben

25. Mai 2016, 17:56
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Nach dem Güssinger Konkurs wird es einen neuen Meister in der Basketball-Bundesliga geben. Oberwart oder Wels wird die Gunst der Stunde nutzen

Wien/Oberwart/Wels – Unvorhersehbar. So lässt sich sich die österreichische Basketball-Bundesliga (ABL) im Jahr 2016 noch am mildernsten beschreiben. Ein Finale zwischen den Oberwart Gunners und dem WBC Wels? Come on. Für diesen Tipp hätte man vor wenigen Monaten noch sehr viel Geld im Wettbüro verloren. Nach 15 Runden des Grunddurchgangs war Wels Tabellenletzter, nach 21 noch immer Vorletzter. Oberwart? Ist eine komplett neu zusammengestellte Mannschaft, deren Saison eigentlich als Aufbau für die kommenden Jahre gedacht war. Aber immerhin: Die Burgenländer holten den Cupsieg.

Und jetzt trifft man einander also ab Donnerstag im Duell um den Titel. "Wels ist deutlich routinierter als wir, hat viel mehr Play Off-Erfahrung. Aber mit unserer Dynamik und unserer Intensität haben wir gute Chancen auf den Sieg", sagt Oberwarts sportlicher Leiter Andreas Leitner. Der Fluch haust in der in der Statistik. Bei den jüngsten acht Anläufen wurde der Erste nach dem Bundesliga-Grunddurchgang (Oberwart) am Ende nicht der Meister.

Fluch der Zahlen

Es wird aber noch grausamer für die Burgenländer. Sie haben seit 1997 von acht Finali nur eines gewonnen. (2011 gegen Gmunden). Deutlich besser ist die Bilanz von Wels. Bei bisher zwei Endspiel-Teilnahmen gab es nach der Niederlage 2006 gegen Gmunden drei Jahre später den Triumph.

Die ABL hat eine bewegende Zeit hinter sich. Der zweifache und regierende Meister Güssing ist in den Konkurs geschlittert und aus der Meisterschaft ausgeschieden. Böse Zungen meinen, der Meistertitel war noch nie so billig zu haben wie heuer. Güssing dominierte sogar dezimiert, aufgrund von Zahlungsausfällen für seine Spieler, die ABL nach Belieben. Traditionsvereine strauchelten gewaltig. Die Lizenzfrage steht für die Klubs noch aus. Es darf gezittert werden. Auch eine Neuner-Liga ist möglich, denn die Chancen für Villach, den Bewerber aus der zweiten Liga, sind nahe null. Es geht mit Mini-Schritten vorwärts.

Umschwung in Wels

Dass Wels mit 80,6 Punkten im Schnitt das beste Offensivteam der Liga ist, sagt mehr über den Zustand der ABL als über die Treffsicherheit der Oberösterreicher aus. Das Niveau stagniert, die Budgets lassen keine großen Sprünge zu. Immerhin: Oberwart hat mit dem US-Amerikaner Quincy Diggs den zweitbesten Scorer der ABL in seinen Reihen (20 Punkte pro Partie). Und mit Adomas Drungilas den für seine Härteeinlagen berüchtigsten Spieler der Liga. Der Litauer war bereits im März für einen Tritt in die Weichteile eines Gegenspielers für acht Spiele gesperrt worden.

Wels hat einen bemerkenswerten Umschwung nach einem katastrophalen Start in die Saison geschafft. Man hat bei der Auswahl der Legionäre mehrmals daneben gegriffen und es dauerte bis November, bis eine Mannschaft mit Erfolgsperspektiven beisammen war. Die Oberösterreicher bauen auf ihren Trainer Mike Coffin. Der gebürtige US-Amerikaner ist zwar ein "Rookie"-Coach in der ABL, hat aber als Spieler in Kapfenberg viermal in Serie (2001 bis 2004) die Meisterschaft gewonnen und ist einer der besten Bundesliga-Spieler, der jemals in Österreich auflief. Das kann nicht schaden. (Florian Vetter, 25.5.2016)

ABL-Finale 2016

Oberwart – Wels, Spiel 1 Donnerstag, 26.5, (19.30 Uhr, live Sky Sport Austria)

Best -of-Five, weitere Termine: Do., 26.5.: Oberwart -Wels So., 29.5.: Oberwart -Wels Di., 31.5.: Wels -Oberwart Fr., 3.6.: Wels -Oberwart So., 5.6.: Oberwart -Wels Spielbeginn ist jeweils um 19.30

  • Für Oberwart und Wels geht es jeweils um den zweiten Titel, für die Südburgenländer auch ums erste Double.
    foto: apa/punz

    Für Oberwart und Wels geht es jeweils um den zweiten Titel, für die Südburgenländer auch ums erste Double.

  • Das ist der begehrte Pokal.
    foto: apa/scheriau

    Das ist der begehrte Pokal.

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