"Feindliches Arbeitsumfeld": Millionenklage gegen Spielhersteller Valve

25. Mai 2016, 12:15
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Ex-Mitarbeiterin fordert Schadensersatz aufgrund unrechtmäßiger Entlassung

Spielhersteller Valve sieht sich mit einer Millionenklage von Seiten einer Ex-Mitarbeiterin konfrontiert. Die gegenüber der Öffentlichkeit anonym gehaltene Klägerin behauptet, sie wurde zu Unrecht vom "Half-Life"-Erfinder und Betreiber der PC-Plattform Steam entlassen, berichtet die Seite Polygon. Laut der Klageschrift fordert die ehemalige Spanisch-Übersetzerin insgesamt 3,15 Millionen Dollar Schadensersatz für zugefügte seelische Schmerzen und entgangene Löhne.

Feindliches Umfeld

Für die Klage gibt es mehrere Gründe. Um eine operative Geschlechtsumwandlung durchführen zu können, bat die Mitarbeiterin Valve, ihre Arbeit in Washington von extern aus in Los Angeles fortsetzen zu können. Das Unternehmen stimmte dem Antrag zu, änderte daraufhin allerdings ihren Angestelltenstatus in einen jenen einer "unabhängigen Auftragnehmerin", wodurch sie von 2012 bis 2016 alle Vorzüge (inklusive Versicherung und bezahlter Überstunden) einer regulär Angestellten verlor, obwohl sie eigenen Aussagen zufolge weiterhin die gleiche Arbeit leistete wie zuvor.

Gleichzeitig soll sich durch die Umstellung ein feindliches Arbeitsumfeld entwickelt haben. Ein direkter Vorgesetzter habe sie nach ihrer Geschlechtsumwandlung mit "es" bezeichnet.

Ausbeutung

Noch schwerer wiege für die Klägerin allerdings der Vorwurf, Valve habe für seine Übersetzungsarbeiten wiederholt Minderjährige beauftragt, und diese mit dem Vorwand gelockt, die Arbeit würde zu einer Anstellung führen – was jedoch nie eingetreten sei.

Kurz nachdem die Klägerin all diese Missstände bei der Personalabteilung gemeldet hatte, habe man ihren Vertrag gekündigt.

Stellungnahme

Valve selbst bestreitet die Vorwürfe und ersucht, die Klage abzuweisen. Der Hersteller behauptet, der Job der Klägerin sei redundant geworden, als die Stelle in Washington nachbesetzt wurde, weshalb man ihren Vertrag nicht erneuerte. In der Klageschrift heißt es wiederum, die Klägerin habe Valve angeboten, zurück nach Washington zu kehren, um die Arbeit vor Ort fortsetzen zu können, was aber abgelehnt wurde. (zw, 25.5.2016)

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Polygon

  • Artikelbild
    foto: valve
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