"2.000 Euro für Wahlkarten-Vernichten": FPÖ-Fans glauben Satire

26. Mai 2016, 09:25
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Twitter-Account "Antifa e.V." scherzte über eine "Operation Wahlkarte"

Die Nachwehen der Bundespräsidentschaftswahl sorgen weiterhin für Aufregung in sozialen Netzwerken. Viele Unterstützer von Norbert Hofer denken, dass es bei der Auszählung der Briefwahlkarten zu Manipulationen gekommen ist. Das wird auch von der FPÖ insinuiert, deren Villacher Ortspartei bereits eine Anzeige wegen Wahlfälschung eingebracht haben soll. Öl ins Feuer gießen nun Tweets eines Satire-Accounts, die von Hofer-Anhängern entdeckt worden sind.

"Dokumentenvernichter" benötigt

Das Twitter-Profil "Antifa e.V." hatte bereits am Sonntag mehrere satirische Beiträge abgesetzt. Der Account schrieb etwa, dass Mitglieder des fiktiven Vereins "als Wahlkartenauszählende richtig Kasse" machen könnten. Bis zu 2.000 Euro pro Person seien möglich, wenn man sich an der "Operation Wahlkarte" beteiligt.

Außerdem rief der Twitter-Account Nutzer dazu auf, "Dokumentenvernichter" zu den Wahlbehörden zu bringen. Alexander Van der Bellen sei in die Aktion eingeweiht gewesen, hatte aber gefordert, dass "die Wahlkarten für Hofer ökologisch" entsorgt würden.

"Twitter ist echt"

Eine klare Satire-Aktion – das wird allerdings von vielen FPÖ-Anhängern nicht erkannt. So schreibt etwa die Facebook-Seite "Wir unterstützen Norbert Hofer", die bereits 6.000 Fans in zwei Tagen gesammelt hat, über die "Twittermeldungen zur Dokumentvernichtung". Ob es sich um einen Scherz handelt, will die FPÖ-freundliche Seite nicht beantworten: "Twitter ist echt. Ob es der Inhalt auch ist, können wir nicht sagen." Zahlreiche User gehen einen Schritt weiter. "Das glaub ich sofort!", schreibt eine Nutzerin. Andere fordern eine "sofortige Neuwahl in Wien ohne Briefwahl!!!". Andere erkennen die Satire allerdings sofort.

Eindeutig Satire

Insgesamt wurde die Beiträge über die angebliche Wahlkartenvernichtung schon 300 Mal geteilt. Auch ein Beitrag auf der berüchtigten Blogger-Plattform "FischUndFleisch" präsentiert die Tweets des Satire-Accounts als Beleg dafür, dass "bei der Bundespräsidentenwahl nicht ALLES (sic!) rund gelaufen ist." Dass "Antifa e.V." Satire ist, lässt sich mit einem Blick auf die Webseite des "Vereins" leicht erkennen. Dort steht beispielsweise, dass das deutsche Bundesland Sachsen Teilnehmern bei Pegida-Gegendemonstrationen 25 Euro pro Stunde zahlt. Wenn dem so wäre, hätten diese wohl beträchtlich mehr Zulauf. (fsc, 26.5.2016)

  • Die Briefwahl sorgt weiterhin für Kontroversen
    foto: apa/hochmuth

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