EU genehmigt Braugiganten-Fusion mit Auflagen

25. Mai 2016, 00:24
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Anheuser-Busch Inbev und SAB Miller dürfen zusammengehen, das europäische Biergeschäft muss großteils verkauft werden

London/Leuven – Die EU-Kommission hat am Dienstag die rund 100 Milliarden Euro schwere Fusion der Braugiganten Anheuser-Busch Inbev und SAB Miller unter Auflagen genehmigt. Damit würde der mit Abstand weltgrößte Bierkonzern entstehen. AB Inbev muss dafür aber nach Ansicht der EU-Kommission einen Großteil des europäischen Biergeschäfts von SAB Miller verkaufen. Weltweit würde das neue Unternehmen doppelt so viel Bier verkaufen und viermal so viel Gewinn erzielen wie der weltweite Dritte, Heineken, zu dem die wichtigsten österreichischen Marken wie Zipfer, Wieselburger, Gösser und Schwechater gehören.

US-Zustimmung steht aus

Die SAB-Miller-Marken Peroni und Grolsch werden deshalb an den japanischen Braukonzern Asahi gehen, sobald die Megafusion fixiert ist; und auch in Mittel- und Osteuropa muss SAB Miller Anteile abgeben, etwa an der Brauerei von Pilsner Urquell. "Unser Hauptanliegen war zu gewährleisten, dass die Übernahme von SAB Miller durch AB Inbev nicht zu weniger Wettbewerb auf den europäischen Biermärkten führt", wurde EU-Kommissarin Margrethe Vestager in "Spiegel online" zitiert.

Die größte Hürde für den Zusammenschluss der beiden Giganten, die selbst aus Zusammenschlüssen hervorgegangen sind – AB Inbev entstand aus der Fusion der belgischen Interbrew mit der brasilianischen American Beverage und ging im Jahr 2008 mit der US-amerikanischen Anheuser-Busch zusammen, SAB Miller ist eine Fusion mehrerer südafrikanischer, englischer, neuseeländischer und US-amerikanischer Brauereien –, bleibt nun die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde der USA. Mehrere Kartellbehörden, etwa in Australien und Mexiko, haben laut AB-Inbev-Chef Carlos Brito bereits zugestimmt. Erwartet wird die Übernahme in der zweiten Jahreshälfte. (red, 25.5.2016)

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