UniCredit legt Fondssparten-Deal mit Santander auf Eis

24. Mai 2016, 17:26
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Angesichts eines sich abzeichnenden Abschieds von Bank-Chef Federico Ghizzoni sei es sogar gut möglich, dass die Pläne ganz verworfen würden

Mailand/London – Die italienische HVB-Mutter UniCredit hat die Fusion ihrer Fondssparte Pioneer mit dem Vermögensverwalter der spanischen Großbank Santander Insidern zufolge wegen anstehender Änderungen im Topmanagement auf Eis gelegt. Angesichts eines sich abzeichnenden Abschieds von Bank-Chef Federico Ghizzoni sei es sogar gut möglich, dass die Pläne ganz verworfen würden, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag. "Das neue Management wird den Deal nochmals prüfen", sagte ein Insider. "Die Chance ist groß, dass der Santander-Deal abgesagt wird." Es gebe eine Reihe weiterer Interessenten für Pioneer. UniCredit und Santander wollten sich nicht dazu äußern.

Sondersitzung

Der UniCredit-Verwaltungsrat wollte Insidern zufolge auf einer Sondersitzung im Tagesverlauf einen Chefwechsel einleiten. Es werde erwartet, dass Ghizzoni seinen Rücktritt erkläre, hatten zwei Insider am Montag gesagt. Er könnte die Geschäfte aber weiterführen, bis ein Nachfolger gefunden sei. Ghizzoni ist seit 2010 Chef des größten italienischen Geldhauses, zu dem neben der Münchner HypoVereinsbank (HVB) auch die Wiener Bank Austria gehört. Er steht seit geraumer Zeit unter Druck. Anteilseigner sind mit der Aktienkursentwicklung, der angespannten Kapitaldecke und der geringen Rentabilität der Bank unzufrieden.

UniCredit und Santander hatten sich vor rund einem Jahr auf eine Fusion ihrer Vermögensverwalter geeinigt. Aus Pioneer und Santander Asset Management sollte mit einem verwalteten Vermögen von rund 400 Milliarden Euro einer der zehn größten europäischen Fondsmanager entstehen. Wettbewerbsrechtliche und bürokratische Hürden haben den Zusammenschluss aber verzögert. (Reuters, 24.5.2016)

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