Nicht erkannte Zöliakie ist möglicher Grund für Unfruchtbarkeit

24. Mai 2016, 17:01
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Neue Studienergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen ungewollter Kinderlosigkeit und nicht erkannter Zöliakie

Eine aktuelle Metaanalyse eines italienischen Forscherteams zeigt, dass Frauen mit idiopathischer Sterilität (ungewollter Kinderlosigkeit ohne diagnostizierbare Ursache) fünfmal häufiger unter einer nicht erkannten Zöliakie leiden als die restliche Bevölkerung. Bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten tritt die Sensibilität auf das Klebereiweiß gar sechsmal häufiger auf.

"Bei rund 30 Prozent aller Paare kann keine handfeste Ursache für ihren unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden", sagt Corinna Mann, Oberärztin im Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz. "Ein Zusammenhang zwischen Zöliakie und ungeklärter Sterilität wurde bereits seit längerem vermutet. Nun liegt der wissenschaftliche Beleg vor."

Rund 20 bis 50 Prozent der Betroffenen weisen keine klassischen Symptome wie Durchfälle, Übelkeit, Blutarmut oder Müdigkeit auf. Die aktuelle Studie belegt jedoch, dass auch Zyklusunregelmäßigkeiten oder Unfruchtbarkeit Folgen sein können. Corinna Mann bewertet die Ergebnisse daher als sehr relevant: "Die Studie legt dar, dass eine Zöliakie auch ohne übliche Beschwerden vorliegen und trotzdem einen bedeutenden Einfluss auf die Erfüllung eines Kinderwunsches haben kann."

Glutenfreie Diät kann helfen

"Die gute Nachricht ist, dass die Fruchtbarkeit durch eine glutenfreie Diät wieder auf eine normale, altersentsprechende Fertilitätsrate angehoben werden kann", sagt Mann. Dies ist auch der Grund, warum die Ergebnisse vor allem für Betroffene mit einer bislang unbekannten Zöliakie und weniger mit der bereits diagnostizierten Autoimmunerkrankung Zöliakie – die zu einer Schädigung in der Dünndarmschleimhaut führt – relevant sind: "Wer unter Zöliakie leidet, ernährt sich in der Regel sowieso glutenfrei. Und damit wirkt sich die Unverträglichkeit nicht auf die Fruchtbarkeit aus", erläutert die Oberärztin.

Mittels einfacher Blutabnahme kann auf spezielle Antikörper untersucht werden, die auf eine Zöliakie hinweisen. Zöliakie ist nicht heilbar. Durch eine glutenfreie Diät können Beschwerden und Gesundheitsrisiken vermieden werden. (red, 24.5.2016)

  • Nach Zöliakie-Diagnose und Verzicht auf glutenhaltige Produkte kann die Fruchtbarkeit wieder angehoben werden.
    foto: wikipedia/peggy greb, usda ars/publicdomain

    Nach Zöliakie-Diagnose und Verzicht auf glutenhaltige Produkte kann die Fruchtbarkeit wieder angehoben werden.

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