Hyperloop sucht mit Hackathon neue Ideen für Hochgeschwindigkeitszug

24. Mai 2016, 16:55
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Veranstaltung am 6. Juli in Bratislava – Kapseln werden aus neuem Material Vibranium gefertigt

Er soll nicht minder als eine Revolution des Reisens und Transports werden: der Hochgeschwindigkeitszug Hyperloop. Vor kurzem demonstrierte das Unternehmen Hyperloop One eine erste, öffentliche Testfahrt des Antriebsystems. Das konkurrierende Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies (HTT) hat indes einen Wettbewerb gestartet, um neue Lösungen rund um das Transportsystem zu finden. Auf dem Pioneers Festival in Wien berichteten CEO Dirk Ahlborn und COO Bibop Gresta am Dienstag über das Vorhaben. Außerdem wurde die Verwendung des neuen Materials Vibranium bekannt gegeben.

Kürzere, umweltfreundlichere Reisen

Mit dem Hyperloop sollen zwei Probleme unserer Zeit gelöst werden, so die Unternehmensgründer. Einerseits sollen Reisezeiten drastisch verkürzt werden, andererseits soll das Reisen mit dem Zug umweltfreundlicher sein als etwa mit Autos oder Flugzeug. Passagiere sollen in Zukunft mit bis zu 1.200 Kilometern pro Stunde in Kapseln durch die Vakuumröhren befördert werden. Da man eine passive Schwebetechnologie nutzt, werde keine Energie benötigt um den Zug schweben zu lassen. Das System produziere sogar mehr Energie als es verbrauche.

Vibranium

Die Verwendung des neu entwickelten Materials Vibranium (in Anspielung an den Schild der Comic-Figur Captain America) soll die Kapseln besonders sicher machen, wie HTT am Pioneers Festival angekündigt hat. Das intelligente Material sei stärker als andere Werkstoffe und könne Schwachstellen durch Sensoren erkennen. Im Notfall soll der Zug innerhalb von 6,4 Sekunden zum Stillstand kommen. Angenehm sei das allerdings nicht, räumen die Entwickler ein. Ahlborn und Gresta betonten jedoch die allgemeine Sicherheit des Systems, da es weder Gegenverkehr noch andere Hindernisse gebe. Außerdem sollen die Züge komplett von Computern gesteuert werden, was menschliches Versagen als Fehlerquelle ausschließen soll.

Im Inneren will man die Passagiere mit "Augmented Windows" unterhalten. Der Hyperloop wird nicht über durchsichtige Fenster verfügen. Stattdessen sollen Displays eine virtuelle Landschaft zeigen und Informationen oder Werbung einblenden. Mittels Headtracking soll die Bewegung des Passagiers erkannt werden, um die Display-Ansicht entsprechend anzupassen. Mit dem Bau will man noch 2016 beginnen, sobald alle Genehmigungen da sind.

Hackathon

Da die Entwickler des System jedoch nicht an alles selbst denken können, wollen sie sich Hilfe von der "Crowd" holen. Im Rahmen des Hackatons "Digital Innovation Challenge 2016" will man neue Apps, Services und Business-Modelle für den Hyperloop Marketplace finden. Die Veranstaltung findet am 6. Juli am Flughafen in Bratislava statt. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Unternehmens. (br, 24.5.2016)

  • Mittels Headtracking wird die Position des Passagiers ermittelt, um die Inhalte am interaktiven Fenster entsprechend anzuzeigen.
    foto: htt

    Mittels Headtracking wird die Position des Passagiers ermittelt, um die Inhalte am interaktiven Fenster entsprechend anzuzeigen.

  • Der Hyperloop soll zum Schweben keine Energie benötigen.
    foto: htt

    Der Hyperloop soll zum Schweben keine Energie benötigen.

  • Der Entwickler HTT sieht drei Szenarien für Notstopps vor.
    foto: htt

    Der Entwickler HTT sieht drei Szenarien für Notstopps vor.

  • CEO Dirk Ahlborn (links) und COO Bibop Gresta (rechts) mit dem Moderator des Pioneer Festivals 2016.
    foto: pioneers festival

    CEO Dirk Ahlborn (links) und COO Bibop Gresta (rechts) mit dem Moderator des Pioneer Festivals 2016.

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