Amazonas-Gebiet mit Quecksilber verseucht: 9.000 Hektar Wald zerstört

24. Mai 2016, 16:14
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Betroffenes Gebiet in der Größe von Österreich

Lima – Die peruanische Regierung hat wegen einer Quecksilber-Verschmutzung den Notstand für ein 85.000 Quadratkilometer großes Gebiet ausgerufen. Zum Vergleich: Österreich hat 83.879 Quadratkilometer. Rund 40 Prozent der 110.000 Einwohner des östlichen Departements Madre de Dios seien von der vom illegalen Bergbau verursachten Verseuchung betroffen, erklärte Umweltminister Manuel Pulgar Vidal am Montag.

"Die Folgen des illegalen Bergbaus in Madre de Dios werden uns über die kommenden 80 Jahre begleiten", sagte der Minister unter Berufung auf einen Bericht der Katastrophenschutzbehörde Indeci. Die Verseuchung der Flüsse führe etwa zu einem hohen Quecksilber-Vorkommen bei Fischen, der Hauptnahrung der örtlichen Bevölkerung.

Fischkonsum verboten

Die Gesundheitsbehörden hatten bereits im Jänner bei dem viel gefischten Gefleckten Silberantennenwels Quecksilber-Dosierungen von fast dem Doppelten der maximal zugelassenen Werte festgestellt. Der Fischkonsum aus lokalen Gewässern wurde verboten. Die Behörden wollen Lebensmittel unter der Bevölkerung verteilen. Ein Feldkrankenhaus soll in Madre de Dios eingerichtet werden, um den Gesundheitszustand der Einwohner zu überprüfen.

In dem Departement im peruanischen Amazonas-Gebiet leben mehrere indigene Völker. Im 280.000 Hektar großen Naturschutzgebiet Tambopata und dessen unmittelbarer Umgebung sind nach Satellitenaufnahmen in den vergangenen fünf Jahren rund 9.000 Hektar Wald zerstört worden. Die Regierung hat in den letzten Wochen das Militär eingesetzt, um den illegalen Bergbau in Tambopata zu verhindern. Nach offiziellen Schätzungen gibt es in Peru rund 400.000 illegale Bergarbeiter. (APA, 24.5.2016)

  • Rund 9.000 Hektar Wald wurden bislang zerstört.
    foto: ap/rodrigo abd

    Rund 9.000 Hektar Wald wurden bislang zerstört.

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