Italiener wird nach Hirnerkrankung plötzlich zum "Franzosen"

Ansichtssache5. Juni 2016, 17:48
106 Postings
Bild 1 von 19
foto: reurers/red

Ein Italiener wird zum "Franzosen"

Italienische Wissenschafter haben im Fachjournal "Cortex" einen reichlich kuriosen Fall von Identitätsverwirrung dokumentiert: Ein 50-jähriger Italiener – in der Studie wird er als "JC" geführt – wurde nach einer Gehirnschädigung über Nacht gleichsam zum "Franzosen" – oder zumindest zu einer überzeichneten Karikatur eines solchen. Andere Symptome konnten abgesehen von leichten Gedächtnisstörungen nicht festgestellt werden. Vor seiner Erkrankung sprach er allenfalls mäßiges Schulfranzösisch, danach bediente er sich plötzlich ausschließlich der französischen Sprache, und diese sprach er schnell und mit überzogener Intonation und Gestik.

Aber damit nicht genug: Nach Angaben der Wissenschafter vom Somma Lombardo Hospital in Varese und der University of Edinburgh kauft JC nur mehr französische Produkte, sieht französische Filme und kocht französische Küche. Jeden Morgen ruft er der Nachbarschaft ein herzliches "Bonjour!" vom Fenster aus zu, bietet der Bekanntschaft Französischkurse an und bäckt – zum Leidwesen seiner Frau – Unmengen an französischem Brot. Italienisch mag JC nur auf Druck der Ärzte sprechen. Dass er es immer noch einwandfrei beherrscht, zeigt die Tatsache, dass er für die schriftliche Kommunikation weiterhin auf die italienische Sprache zurückgreift. Bisher waren der Wissenschaft vergleichbare Fälle nur als kuriose Anekdoten bekannt, die von Experten als unglaubwürdig angezweifelt wurden.

weiter ›
Share if you care.