Ich, Che, bin die Revolution

26. Mai 2016, 09:00
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Elke Bader räumt in ihrer gleichnamigen Hörbuch-Biografie mit dem Bild des "Che Guevara" als Ikone der selbsternannten Revolutionäre auf

Die Fotografie Alberto Kordas von 1960, die zum Plakat wurde, kennt wirklich jeder: Ernesto Che Guevara, das Barett auf lockigem Haar, den Blick auf die Zukunft gerichtet. So wurde er zur Ikone. Elke Bader zeichnet in ihrem Porträt Che Guevara kundig die Karriere des 1928 geborenen Argentiniers nach. Der Arzt und Berufsrevolutionär eroberte mit Fidel Castro Kuba.

Nicht verschwiegen wird die Wandlung vom Charmeur zum ideologischen Extremisten, der eigenhändig Feinde erschoss, Tausende hinrichten und Zigtausende einkerkern ließ. Der Weg zum Neuen Menschen bestand für ihn darin, alle "alten" Menschen auszurotten. Am Ende war Guevara ideologisch so verrannt, dass er gar nicht anders enden konnte denn als Märtyrer.

Das Finale war eine triste Groteske. Die Zeit im Kongo 1965 war jämmerlich. Und in Bolivien ein Jahr später dann scheiterte er endgültig. Anfang Oktober 1967 wurde er, gefangen genommen, von einem betrunkenen Feldwebel über den Haufen geschossen. Gert Heidenreich liest dies souverän sonor vor. (Alexander Kluy, 21.5.2016)

Elke Bader, "Che Guevara. Revolutionär, Guerillero und Medien- ikone, € 15,40/ 166 Minuten, Griot-Verlag, Stuttgart 2016

  • Elke Bader, "Che Guevara. Revolutionär, Guerillero und Medienikone": Das Hörbuch ist weitgehend chronologisch aufgebaut, mit kurzen Musikeinspielungen.
    foto: der standard

    Elke Bader, "Che Guevara. Revolutionär, Guerillero und Medienikone": Das Hörbuch ist weitgehend chronologisch aufgebaut, mit kurzen Musikeinspielungen.

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