Tirol: Schwarz-Grün will in die Verlängerung

Blog24. Mai 2016, 14:57
35 Postings

Die Tiroler Landesregierung gab sich bei ihrer Dreijahresbilanz sportlich – nach der Wahl 2018 spreche nichts dagegen, dass Schwarz-Grün weiterlaufe

Die Tiroler Landesregierung hat zur Pressekonferenz nach Seefeld geladen. Genau vor drei Jahren wurde die Mannschaft angelobt, da gelüstete es sie am Dienstag, vorläufig Bilanz zu ziehen. Die Gemeinde nahe Innsbruck wurde als Austragungsort gewählt, weil die verbleibenden zwei Jahre im Zeichen des Sports stehen sollen: Vier Weltmeisterschaften stehen an in Tirol, 2019 dann auch noch die Nordische Ski-WM in Seefeld.

Schwarz-Grün gab sich jedenfalls verhalten siegessicher. "Anfänglich waren viele skeptisch, doch diese Stimmen sind schnell leiser geworden", sagte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Die Regierungsarbeit sei ohne Streit verlaufen – "unspektakulär zwar, aber effizient".

Kein Grund, "an Modell zu rütteln"

Deshalb spreche auch nichts gegen eine Verlängerung der inzwischen geübten Koalition: Es gebe weder "Grund, an diesem Modell zu rütteln", noch für "andere Spekulationen", erklärte Platter. Seine grüne Stellvertreterin Ingrid Felipe nickte. Gewählt wird in Tirol planmäßig wieder im Jahr 2018.

Gründe für Selbstlob fand das Regierungsteam wenig überraschend ausreichend. Als aktuelle "Baustelle" bezeichnete Platter das "Flüchtlingsproblem" – wiewohl er gleich forderte, dass diesbezüglich mehr auf die Wortwahl geachtet werden solle. "Sprache kann verletzen und die erste Stufe zur Gewalt sein."

Für Felipe ist die derzeit größte Herausforderung die Umsetzung der Öffi-Tarifreform: "Wird die bewältigt, hat das einen großen Effekt – auf die Mobilität, die Luft und auch auf die Geldbörsen der Tiroler."

Opposition: "Koalition entzaubert"

Kritik an der Regierungsarbeit kam postwendend von der Opposition. "Nach drei Jahren hat sich die schwarz-grüne Koalition entzaubert", ließ SPÖ-Chef Ingo Mayr in einer Aussendung wissen. "Wir haben in Tirol fast 30.000 Arbeitslose, aber wirkungsvolle und mutige Maßnahmen für mehr Beschäftigung bleiben bislang aus."

Anstatt die "wirklich massiven Probleme wie die Flüchtlingskrise" zu thematisieren, werde über Sportveranstaltungen gesprochen, monierten Vertreter der FPÖ. Die Nordische WM 2019 sei "nicht das wirtschaftspolitische Allheilmittel für Tirol". (Katharina Mittelstaedt, 24.5.2016)

  • Ingrid Felipe (Grüne) und Günther Platter (ÖVP) koalieren nun bereits seit drei Jahren in Tirol.
    foto: apa / robert parigger

    Ingrid Felipe (Grüne) und Günther Platter (ÖVP) koalieren nun bereits seit drei Jahren in Tirol.

Share if you care.