Bosch investiert auch heuer 100 Millionen in Österreich

24. Mai 2016, 13:47
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Forderung nach mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit

Wien – Bosch-Chef Klaus Peter Fouquet, der die Bosch-Gruppe in Österreich und Mitteleuropa vertritt, sagte, dass die Gruppe mit 2.900 Mitarbeitern hierzulande wie im Vorjahr wieder 100 Millionen Euro investieren wird. Gleichzeitig kritisierte er, dass "Österreich in der Wettbewerbsfähigkeit nach unten rutscht".

Fouquet urgierte bei einem Pressegespräch flexiblere Arbeitszeiten mit 300 Plus- beziehungsweise 300 Minus-Stunden, um je nach Auftragseingang fertigen zu können. Der Bosch-Chef wünscht sich einen Durchrechnungszeitraum von drei Jahren, dann brauche man keine Kurzarbeitszeit. Das sei in anderen Ländern gang und gäbe. Von der neuen Regierung wünscht er sich eine "Verbesserung der Rahmenbedingungen", unter anderem eine Erhöhung der Arbeitszeit auf zwölf Stunden pro Tag.

In Sachen Bürokratie bekräftigte Fouquet, dass Bosch bei Projekten auf Wissenstransfer, etwa aus Indien, angewiesen sei. Dabei gehe es nicht um billigere Arbeitskräfte. "Wenn wir vernetzt arbeiten wollen, brauchen wir den Transfer", so der Bosch-Chef. In Österreich sei der Bürokratieaufwand enorm.

"Vernetzte Welt" als Chance

2015 war für Bosch in Österreich ein erfolgreiches Jahr. Auch für das laufende Jahr erwartet das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen hierzulande eine positive Geschäftsentwicklung. "Ins Geschäftsjahr 2016 sind wir insgesamt gut gestartet und sehen weiterhin Wachstums- und Ertragsperspektiven", sagte Fouquet.

Die Umsatzentwicklung von Bosch Österreich fiel im ersten Quartal 2016 sektoral unterschiedlich aus. Insgesamt erwartet das Unternehmen für 2016 trotz nur verhaltener konjunktureller Aussichten ein Umsatzplus. "Treiber der positiven Geschäftsentwicklung sind zunehmend Lösungen für die vernetzte Welt", betonte Fouquet, das Internet der Dinge biete eine Riesenchance.

"Wir wünschen uns Österreich als Vorbild für die Wirtschaftswelt von morgen", so Fouquet. Dafür müsse die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes stark gesteigert werden – etwa mithilfe der erwähnten flexiblen Arbeitszeitkonten. "Die österreichische Wirtschaft kämpft um den Klassenerhalt. Es ist dringend notwendig, dass die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden", so Fouquet.

Bosch baute seine Aktivitäten in Österreich im Geschäftsjahr 2015 weiter aus. Neben Aufwendungen in Forschung und Entwicklung von mehr als 100 Millionen Euro stellte das Unternehmen zusätzliche Ingenieure ein. "Wir haben das Bosch Engineering Center in Linz baulich erweitert und die Wiener Zeno Track GmbH, einen führender Anbieter von Echtzeiortungs- und Assistenzsystemen, erworben", sagte Fouquet. Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete die Bosch-Gruppe auf dem österreichischen Markt einen Umsatz von mehr als 1,1 Milliarden Euro. (cr, 24.5.2016)

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