Galileo Nummer 13 und 14 in den Orbit geschossen

24. Mai 2016, 12:13
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Zwei neue Navigationssatelliten vom Weltraumbahnhof Kourou ins All gestartet

Kourou – Zwei neue Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo sind am Dienstag von Französisch-Guyana aus ins All gebracht worden. Die Sojus-Rakete hob um 10.48 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Kourou ab. An Bord waren der 13. und der 14. Satellit für das Programm der EU und der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Sie sollten drei Stunden und 48 Minuten nach dem Start ausgesetzt werden. Mit Galileo will Europa vom amerikanischen GPS unabhängig werden. Seine Positionsdaten sollen künftig zum Beispiel von Navigationsgeräten in Autos genutzt werden. Allerdings kam das Vorhaben wegen Verzögerungen und Kostensteigerungen immer wieder in die Kritik.

Der aktuelle Plan lautet: Bis 2020 sollen insgesamt 30 Galileo-Satelliten im All sein. Im Jahr 2014 hatte eine Panne nach dem Start dafür gesorgt, dass zwei Galileo-Satelliten im falschen Orbit ausgesetzt wurden. Sie konnten später in eine günstigere Umlaufbahn navigiert werden. Bei den letzten Starts lief dann alles problemlos.

Bald erste Galileo-Dienste?

Auch der Beginn erster Galileo-Dienste rückt mit den aktuellen Starts näher. Dies war zuletzt für 2016 angepeilt. Ursprünglich sollten erste auf Galileo basierende Angebote schon 2008 zur Verfügung stehen. Wegen Streitigkeiten unter den Partnerländern gab es aber immer wieder Verzögerungen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt bezifferte im vergangenen Jahr die Kosten des Projekts auf etwa sechs Milliarden Euro, weitere sieben Milliarden Euro für Betrieb und Ausbau sind im EU-Budget bis 2020 vorgesehen. Europa argumentiert, dass die vorhandenen amerikanischen und russischen Navigationssysteme vom Militär kontrolliert werden. Falls sie einmal abgestellt werden, wären zivile Nutzer aufgeschmissen. Zudem soll Galileo genauere Positionsdaten liefern. (APA, red, 24.5.2016)

  • Sekunden vor dem Start der beiden Galileo-Satelliten.
    foto: esa

    Sekunden vor dem Start der beiden Galileo-Satelliten.

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