Geldabheben und Wechseln können im Urlaub teuer sein

24. Mai 2016, 12:14
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Die Arbeiterkammer warnt vor der Spesenfalle Plastikgeld

Wien – Plastikgeld im Urlaub ist bequem, aber nicht frei von Tücken. Dieses Resümee zieht die Arbeiterkammer kurz vor Beginn der Sommerurlaubssaison. Sie warnt ausdrücklich vor der "Spesenfalle". Anders als in Österreich geht es in anderen Ländern durchaus ins Geld, wenn an Bankomaten Scheine gezogen werden. Auch das Geldwechseln kann teuer kommen.

Zahlen ist mit Plastikgeld in Euro-Urlaubsländern spesenfrei, Abheben nicht immer. In Nicht-Euroländern fallen immer Spesen an, gibt die AK zu bedenken. Für bestimmte Länder außerhalb Europas und der USA muss man die Bankomatkarte fürs Geldabheben sogar freischalten lassen (Geocontrol). Das alles zeigt ein aktueller AK-Plastikkartentest bei American Express, Card Complete, Diners Club und Paylife. Extrasperrgebühren bei Verlust oder Diebstahl einer Karte sind indes nicht mehr zulässig, ein Verfahren gegen einzelne Kartenfirmen (Card Complete) ist noch im Laufen.

Gegen EU-Verordnung

Auch in Deutschland können Spesen beim Abheben anfallen, gibt AK-Konsumentenschützerin Michaela Kollmann zu bedenken. Und zwar dann, wenn die Automaten von sogenannten Abwicklungsgesellschaften betrieben werden. Die Info über die Spesen stehe am Display des Bankomaten. Kollmanns Rat: "Brechen Sie die Transaktion ab, wenn Sie das nicht wollen." Die Spesen widersprächen einer EU-Verordnung, dass grenzüberschreitende Zahlungen nicht mehr kosten dürfen als im Inland. Wem Gebühren verrechnet worden seien, der sollte mit seiner Hausbank reden.

Wer im Nicht-Euroraum am Bankomat abhebt, hat Spesen von 0,75 Prozent plus 1,82 bis 1,90 Euro, schrieb die Arbeiterkammer am Dienstag. Die ING Diba verlange generell zwei Euro. Beim Bezahlen machen die Spesen 0,75 Prozent plus 1,09 bis 1,15 Euro aus. ING Diba verlangt da durchwegs einen Euro. Wer beispielsweise 100 Euro in einer Fremdwährung abhebe, müsse mit zwei bis 2,65 Euro an Spesen rechnen, beim Zahlen mit ein bis 1,90 Euro. In den Augen der AK positiv: Es gibt bei einigen Banken Ausnahmen – sie verlangen keine Spesen beim Abheben oder Bezahlen in Nicht-Euroländern, etwa in Schweden.

Karte freischalten

Die Banken haben auf ihren Homepages Listen, in welchen Ländern die Bankomatkarte uneingeschränkt verwendet werden kann. Ist der gewählte Urlaubsort nicht dabei, "lassen Sie die Karte dafür von der Bank freischalten", empfiehlt Kollmann.

Zahlen mit der Kreditkarte ist in Euro-Urlaubsländern spesenfrei, abheben dagegen nicht. Wer mit der Kreditkarte abhebt, auch in Österreich, muss mit drei bis 3,3 Prozent vom abgehobenen Betrag rechnen, mindestens aber mit 2,50 bis vier Euro.

Wer in Nicht-Euroländern urlaubt, zahlt beim Einkaufen mit der Kreditkarte Spesen von 1,5 bis zwei Prozent, beim Abheben kommt zu den drei bis 3,3 Prozent oder den Mindestspesen noch eine Manipulationsgebühr von bis zu zwei Prozent dazu. Wer etwa 100 Euro in einer Fremdwährung abhebt, müsse mit fünf bis 5,50 Euro an Spesen rechnen, beim Bezahlen mit 1,50 bis 2 Euro.

Kursschwankungen beachten

Ein AK-Tipp: Kursschwankungen beachten. In Nicht-Euroländern kann es zu Kursschwankungen kommen. Der Wechselkurs kann am Zahltag ein anderer sein als am späteren Abbuchungstag.

Beim Geldwechseln in eine Fremdwährung können die Spesen bis zu drei Prozent ausmachen. Banken können auch Mindestspesen verlangen, was es bei kleineren Beträgen oft teuer macht. Sechs Banken hat die AK dazu in Wien im April und Mai unter die Lupe genommen: Bank Austria, Schelhammer & Schattera, Bawag PSK, Erste Bank, Hypo Niederösterreich und Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien. (APA, 24.5.2016)

  • Die Banken haben auf ihren Homepages Listen, in welchen Ländern die Bankomatkarte uneingeschränkt verwendet werden kann.
    foto: apa/helmut fohringer

    Die Banken haben auf ihren Homepages Listen, in welchen Ländern die Bankomatkarte uneingeschränkt verwendet werden kann.

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