Schweizer Wettbewerbshüter strafen Swisscom mit 65 Millionen Euro

24. Mai 2016, 08:48
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Wegen Ausnutzung einer marktbeherrschenden Position bei Sportübertragungen

Die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) verhängt eine Strafe von 71,8 Mio. Franken (64,7 Mio. Euro) über die Swisscom. Der größte Telekomkonzern des Landes hat nach Ansicht der Wettbewerbshüter seine marktbeherrschende Stellung bei der Live-Übertragung von Schweizer Fußball- und Eishockeyspielen im Pay-TV missbraucht.

Die Swisscom sei mit ihren Tochtergesellschaften CT Cinetrade AG und Teleclub AG bei der Live-Übertragung von Spielen der Schweizer Fußball- und Eishockeymeisterschaft im Pay-TV marktbeherrschend, teilte die WEKO am Dienstag mit. Dasselbe gelte für gewisse ausländische Fußballmeisterschaften.

Missbrauch

Diese Marktbeherrschung hat die Swisscom nach Ansicht der WEKO "in mehrfacher Hinsicht missbraucht". Die Swisscom habe einigen Konkurrenten jegliches Angebot für die Ausstrahlung von Live-Sport auf deren Plattform verweigert, schreibt die WEKO. Anderen Mitbewerbern wie beispielsweise Cablecom habe Swisscom nur Zugang zu einem reduzierten Sportangebot gewährt.

Die Swisscom-Tochter Cinetrade hält langfristige und umfassende Exklusivrechte für die Übertragung von Sportinhalten im Schweizer Pay-TV, wie die WEKO schreibt. Der Entscheid der WEKO kann an das Schweizer Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden.

Die Swisscom will den Entscheid nicht akzeptieren, wie sie am Dienstag mitteilte. Sie weist die Vorwürfe zurück. Swisscom und Cinetrade seien überzeugt, sich beim Vermarkten von Sportinhalten rechtmäßig zu verhalten.

Prüfung

Die nun vorliegende Verfügung werde die Swisscom detailliert prüfen. Angesichts der sehr hohen Geldstrafe und des Grundsatzcharakters des Entscheids werde er an das Bundesverwaltungsgericht und falls nötig an das Bundesgericht weitergezogen, wie die Swisscom ankündigte.

Konkurrentin UPC Cablecom hingegen begrüßte die Wettbewerbsstrafe. Die WEKO habe die von UPC Cablecom stets vertretene Ansicht bestätigt, wonach Swisscom "seit Jahren eine illegale Verbreitungspraxis von Sportprogrammen anwendet". Auch Suissedigital, der Wirtschaftsverband der Schweizer Kommunikationsnetze, begrüßte den Entscheid der WEKO. (APA, 24.5.2016)

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