Ex-Präsident der Malediven in Großbritannien als Flüchtling anerkannt

24. Mai 2016, 07:09
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Nasheed saß als Oppositionsführer in Male im Gefängnis

London – Der ehemalige Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, ist von Großbritannien als Flüchtling anerkannt worden. Das teilte sein Büro am Montag mit. Der 49-Jährige hatte zuletzt als Oppositionsführer in dem Inselstaat im Indischen Ozean im Gefängnis gesessen, durfte dann aber im Jänner zu einer medizinischen Behandlung nach Großbritannien ausreisen.

Er habe keine andere Wahl, als aus dem Exil gegen Präsident Abdulla Yameen zu arbeiten, erklärte Nasheed. Die Regierung in Male zeigte sich "enttäuscht", sollte sich bestätigen, dass Großbritannien an dieser "Scharade" zur Vermeidung einer Haftstrafe mitmache. Eine Sprecherin des britischen Innenministeriums sagte auf Anfrage, prinzipiell würden einzelne Fälle nicht kommentiert. Nach seiner Ankunft in Großbritannien war Nasheed von Premierminister David Cameron empfangen worden.

Erster demokratisch gewählter Präsident

Nasheed saß wegen einer umstrittenen Verurteilung gemäß den Antiterrorgesetzen im Gefängnis. Er war 2008 der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes geworden. 2012 wurde er nach eigenen Angaben durch einen Putsch gestürzt und zu 13 Jahren Haft verurteilt. Die UNO und zahlreiche westliche Staaten hatten den Prozess und die Verurteilung scharf kritisiert.

Seit einer Bombenexplosion auf dem Boot von Präsident Yameen im September ist die politische Lage auf den Malediven stark angespannt. Yameen rief den Notstand aus. Die Regierungsgegner werfen dem Präsidenten vor, er wolle die Opposition mundtot machen. (APA, AFP, 24.5.2016)

  • Mohamed Nasheed war der erste demokratisch gewählte Präsident der Malediven. Nun wurde er von Großbritannien als Flüchtling anerkannt.
    foto: apa/afp/niklas halle'n

    Mohamed Nasheed war der erste demokratisch gewählte Präsident der Malediven. Nun wurde er von Großbritannien als Flüchtling anerkannt.

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