Fahnder nahmen 2015 in EU mehr als Tausend Terrorverdächtige fest

23. Mai 2016, 21:38
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Darunter 667 Personen, die der Jihadisten-Szene zugeschrieben werden

Brüssel/Berlin – In der EU sind im vergangenen Jahr mehr als 1.000 Terrorverdächtige festgenommen worden. Wie ein Spitzenvertreter der europäischen Polizeibehörde Europol am Montag im EU-Parlament berichtete, waren darunter 667 Personen, die der Jihadisten-Szene zugeschrieben werden.

Hinzu kamen 168 als Nationalisten oder Separatisten eingestufte Verdächtige. Auf Linksextremisten entfielen demnach lediglich 67 und auf Rechtsextremisten nur 11 Festnahmen.

151 Opfer im vergangenen Jahr

Insgesamt registrierte Europol im vergangenen Jahr 211 ausgeführte, gescheiterte oder vereitelte Terrorpläne in der EU. Die mit Abstand blutigsten Anschläge verübten zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zählende Attentäter in Paris. Dort gab es allein bei der Anschlagsserie im November 130 Todesopfer. Insgesamt wurden in der EU im vergangenen Jahr 151 Opfer gezählt.

Die Zahlen stammen aus einem Europol-Bericht zur Entwicklung des Terrorismus in der EU, der in Kürze veröffentlicht werden soll. Sie wurden im Parlament von Manuel Navarrete Paniagua präsentiert, der das neue Europäische Zentrum zur Terrorismusbekämpfung bei Interpol leitet.

Berlin zählt 500 Gefährder

Auch in Deutschland hat sich die Zahl gefährlicher Islamisten nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) deutlich erhöht. Derzeit würden bundesweit 497 Menschen mit extremistischen Einstellungen gezählt, von denen eine Terrorgefahr ausgehe, bestätigte schon am Wochenende eine BKA-Sprecherin einen Bericht der "Welt am Sonntag".

Damit habe sich die Zahl der potenziellen Attentäter innerhalb eines Jahres stark erhöht, schrieb das Blatt. Im Jänner 2015 hatten die Behörden demnach noch rund 270 Islamisten als sogenannte Gefährder eingestuft.

Zu den Gefährdern hinzu kommen derzeit noch 339 weitere Islamisten, die als "Relevante Personen" eingestuft werden. Dabei handelt es sich um Extremisten, die als mögliche Helfer und Sympathisanten von Terroristen gelten. (APA, Reuters, 23.5.2016)

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