Baltimore: Polizist im Tötungsfall Freddie Gray freigesprochen

23. Mai 2016, 17:57
33 Postings

Der Tod des 25-jährigen Schwarzen in einem US-Polizeiauto hatte zum Start der "Black Lives Matter"-Bewegung beigetragen

Baltimore – Im Fall des im Sommer 2015 in Polizeiobhut gestorbenen schwarzen US-Bürgers Freddie Gray hat ein Gericht in der Stadt Baltimore den Polizisten Edward N. am Montag freigesprochen. Das Gericht fand demnach keine ausreichenden Beweise für einen Schuldspruch gegen den Polizisten, dem eine Mitschuld am Tod Grays vorgeworfen wurde. Es ließ alle Vorwürfe gegen ihn fallen.

Der 25-jährige Gray hatte bei seiner Festnahme am 12. April 2015 so schwere Rückenmarksverletzungen erlitten, dass er ins Koma fiel und eine Woche später starb. Beamte sollen den an Händen und Füßen gefesselten Mann im Polizeitransporter bäuchlings mit dem Kopf nach vorn auf den Boden gelegt und nicht angeschnallt haben.

Schwere Protestserie

Der Tod Grays befeuerte die "Black Lives Matter"-Bewegung, die sich gegen das hohe Maß an Polizeigewalt gegen schwarze Amerikaner richtet. Unmittelbar nach seinem Tod hatte es auch in Baltimore, dessen Bevölkerung mehrheitlich schwarz ist, wochenlang heftige Proteste gegeben. Auch nach dem Urteilsspruch war mit Protesten gerechnet worden. Ausschreitungen blieben unmittelbar nach dem Urteil aber aus.

Im Dezember war ein anderes Verfahren zunächst für beendet erklärt worden, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten. Die Geschworenen, fünf Männer und sieben Frauen, erreichten in mehr als 16-stündigen Beratungen über drei Tage hinweg keine Einigung über ein Urteil. Dass ein Prozess auf diese Weise platzt, ist in den USA selten. (red, Reuters, 23.5.2016)

Share if you care.