Filmfestival Innsbruck: Von Flugschulen in Ghana

23. Mai 2016, 18:12
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Traditionell eröffnet den Innsbrucker Kultursommers das internationale Filmfestival. Heuer zum 25-jährigen Jubiläum mit dem Schwerpunkt "Grenzen"

Heute wird das Filmfestival Innsbruck (IFFI) eröffnet, das seinen 25er feiert. Der Fokus liegt auf Afrika, Asien und Lateinamerika. Schwerpunkt sind heuer Flucht und Migration. Gezeigt werden bis Sonntag an die sechzig Filme mit sozialpolitischem Inhalt. Programmiert sind Filme, die es selten in Kinos schaffen, Ethnokitsch ist nicht darunter.

Festivalchef Helmut Groschup verschafft kritischen Stimmen Gehör und beruft sich auf ein Zitat von Jean-Luc Godard: Film ist Wahrheit, 24-mal pro Sekunde. Sieben Einreichungen rittern in der Kategorie Spielfilm um den mit 5500 Euro dotierten Filmpreis des Landes Tirol. Darunter Lamb des Äthiopiers Yared Zeleke. Er handelt von einem Jungen, der versucht, für sich und sein Schaf eine Fahrkarte zu bekommen, um in Freiheit zu gelangen. Oder El Apóstata von Federico Vejroj. Die Komödie kreist um das hürdenreiche Unterfangen eines Spaniers, aus der katholischen Kirche auszutreten.

In der Kategorie Dokumentarfilm wird u.a. Girls Don't Fly gezeigt. Monika Grassl porträtiert Schülerinnen einer Flugschule in Ghana. Die Mädchen setzen sich über alle Zwänge hinweg. Außer Konkurrenz läuft Fuocoammare von Gianfranco Rosi. Die heuer auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnete Dokumentation wirft einen Blick auf das Schicksal von Gestrandeten auf Lampedusa.

Der Ehrenpreis wird dem Filmemacher Mohammed Soudani verliehen. Gezeigt wird u.a. sein Debüt Waalo Fendo (1997). Er thematisiert das Schicksal senegalesischer Migranten in Mailand, die in Europa wie Sklaven gehalten werden. Novum heuer ist die Programmschiene Young Voices, eine Plattform für Junge. Heutiger Eröffnungsfilm ist Problemski Hotel von Manu Riche. (Dorothea Nikolussi-Salzer, 23.5.2016)

Internationales Filmfestival Innsbruck, Leokino/Cinematograph, Bis 29. 5.,

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