Der Himmelsfluss des Himalaya als Doku

24. Mai 2016, 09:00
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Nikolaus Wisiak und Klaus Feichtenberger wollen für ihre Filmdoku einem Flusssystem durch alle Klimazonen folgen

Peking – Pre-TV-Geschäftsführer Nikolaus Wisiak und Regisseur Klaus Feichtenberger saßen in Peking wie auf glühenden Kohlen. Eigentlich wollten die beiden Grazer längst in Lhasa sein, um rechtzeitig mit den Arbeiten für ihren spektakulären Dokumentarfilm zu beginnen. "Himmelsfluss des Himalaya" nennen sie ihr mehr als vier Jahre lang vorbereitetes Porträt eines asiatischen Stroms der Superlative. In Tibet, wo er entspringt, heißt er Yarlung Tsangpo, in Indien, wohin er durch die tiefste Schlucht der Welt fließt, Brahmaputra und in Bangladesch, wo er mit dem Ganges zusammen das größte Delta der Welt bildet, Jamuna.

Nun warteten sie auf grünes Licht für den Drehbeginn in Tibet, obwohl sie die aufwendige Produktion der dreiteiligen Serie, die in der ORF-Reihe "Universum" laufen wird, schon fixiert hatten. 350 Drehtage sind sie in Tibet, Indien, Bangladesch und für Aufnahmen der Gletscherlandschaften auch in Nepal unterwegs. Die Filmteams unter Feichtenberger und für Indien und Bangladesch unter Regie von Jeremy Hogarth und Heinz Leger stehen bereit. Auch die Verträge zur weltweiten Vermarktung der Fernsehrechte sind schon unter Dach und Fach. Das Interesse an dem Film sei groß gewesen.

Durch alle Klimazonen

Die Vegetation und exotische Tierwelt des Flusses seien einzigartig, weil er von Tibets Schneebergen über tektonisch unruhige Erdschichten durch alle Klimazonen und Zyklen bis nach Bangladesch fließt. "Mithilfe des Flusses wollen wir auch die Entwicklungsgeschichte der Erde erzählen, die nicht abgeschlossen ist." Über die Kosten des Projekts schweigt Wisiak. Doch Chinas Staatssender CCTV 10, der Partner des ORF ist, übernimmt die Hälfte. ORF und CCTV wollen die Premiere des Dreiteilers im Herbst 2017 feiern. ZDF und Arte übernehmen 2018 das Naturfilmepos, das den internationalen hohen Stand österreichischer Dokumentarfilme weiter zu verfestigen hilft.

Die Behörden in Lhasa hielten die Österreicher mehr als eine Woche hin. Dann kam plötzlich die Zusage. Ihr Feedback war danach sehr positiv, sagte Wisiak dem STANDARD, als er am Mittwoch über Peking nach Wien zurückflog. "Der Startschuss ist gefallen." Feichtenberger sei schon unterwegs. Mit seiner Filmcrew wird er für mehrere Wochen den auf 4.000 Metern höchsten schiffbaren Fluss der Welt quer durch Tibet filmen. Seine erste Station sind die Thermalquellen vor Lhasa, die ihre Energie aus der unterirdischen Reibung des indischen Subkontinents mit dem asiatischen Zentralmassiv beziehen. Dank ihrer Wärme sind sie zum Habitat seltener Schlangen auf dem Dach der Welt geworden.

Drohnen im Himalaya

Erstmals dürfen die Österreicher Drohnen für Panoramaaufnahmen einsetzen. Doch ihre größte Überraschung war ein Vorschlag in Lhasa, den Drehplan für das CCTV-Partnerteam zu ändern. 20 Tage lang soll es den Strom filmisch durch die 240 Kilometer langen Tsangbo-Schluchten bis nach Indien begleiten, wo er 3000 Höhenmeter tiefer nun unter dem Namen Brahmaputra durch das regenreichste Gebiet der Erde weiterfließt. Die Filmer dürfen in den Schluchten zu einem 120 Meter hohen Wasserfall fahren. Das Naturwunder ist fünf Expeditions tage von der Großen Biegung am Eingang der Schluchten entfernt. "Allein dafür, dass wir das jetzt dürfen, hat sich das Warten in Peking gelohnt", sagt Wisiak. (Johnny Erling, 24.5.2016)

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Sky River of the Himalayas

  • Vegetation und exotische Tierwelt des Flusssystems sollen zur Aufklärung der Entwicklungsgeschichte der Erde beitragen.
    foto: pretv

    Vegetation und exotische Tierwelt des Flusssystems sollen zur Aufklärung der Entwicklungsgeschichte der Erde beitragen.

  • Die Filmarbeiten für den Himmelsfluss des Himalaya, der in Tibet entspringt, dürfen losgehen. Pre-TV-Produzent Nikolaus Wisiak besorgt sich in Peking die neueste Tibet-Karte.
    foto: johnny erling

    Die Filmarbeiten für den Himmelsfluss des Himalaya, der in Tibet entspringt, dürfen losgehen. Pre-TV-Produzent Nikolaus Wisiak besorgt sich in Peking die neueste Tibet-Karte.

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