Haarloses Unglück

Kolumne24. Mai 2016, 10:54
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Die Bikinizone hat wieder Saison – und damit die Frage, mit welchen Strategien der Sommer in Angriff genommen werden kann

Für den britischen Satiriker Sasha Baron Cohen sind Schamhaare ein Thema. Spätestens seit seinem Film "Bruno" weiß man, wie es in Enthaarungsstudios zugeht, und hat sich eine Meinung darüber gebildet, ob man Waxing wirklich, wirklich will.

Aber es hilft ja alles nichts: das erste Mal wieder im Freibad? Haare untenrum gehen nicht – zumindest bei Frauen, da konnte der neue Trend zum Vollbart auch nichts verändern. Schade eigentlich, denn nun beginnt wieder die Sisyphos-Periode. Arme, Achseln, Ober- und Unterschenkel, die Bikinizone: Glatt fühlt sich besser als haarig an. Eine Freundin geht zum Waxing in ein Institut ("Da gewöhnst du dich total dran, ist wie beim Arzt") und nimmt vorher immer ein Aspirin, "prophylaktisch", sagt sie. Eine andere Bekannte erzählt, sie sei beim Schönheitschirurgen, weil der einen Laser hat und sich nur damit die Haare für immer und ewig entfernen lassen.

Nach sechs Sitzungen ging ihr das Geld aus, weil gleichzeitig auch ihr Auto kaputt wurde. Und dann dauerte die endgültige Enthaarung doch über zwei Jahre. Vor allem Schamhaare hätten sechs bis acht Leben, und jedes einzelne musste vom Laser erst erwischt werden. Auch dort gibt es vorab Schmerzmittel.

Schmerz, lass nach

Bleiben also die picksenden Epilierer aus dem vorigen Jahrtausend. Ja, klar. Die funktionieren, aber die Haare kommen, egal wo, einfach immer und immer wieder. Da gibt es keinen Unterschied zu den Rasierern aller Art. Nur dass dort, wo Haut mit Haaren auf Haut mit Haaren trifft, die neuen Haare einwachsen und sich schlimmstenfalls entweder entzünden oder pickelähnliche Auswüchsen annehmen.

Das ist das Worst-Case-Szenario. Ziemlich neu und anscheinend zum ersten Mal eine Überlegung wert sollen Laser für zu Hause sein. IPL-Lampen ist der Fachausdruck. Früher warnte man davor, weil die Lampen rasch ihre Kraft verlieren und sündteuer in der Neuanschaffung waren. Mittlerweile jedoch verspricht die Werbung unglaubliche Lichtkraft und immer langfristigere Kahlschläge ohne die Haut zu verändern. Eine Überlegung wert?

Sasha Baron Cohen hat auf seiner Website unlängst übrigens von einer ganz neuen Strategie berichtet. Immer noch Anhänger des "all-over hairlessness look", hat er sich die Haare untenrum bleichen lassen und musste dann aufgrund starker Schmerzen ins Spital, veröffentlicht er auf seiner eigenen Website. Raus aus der Bikinizone, Sasha! (Karin Pollack, 23.5.2016)

  • Paris, Grand Palais 2014: die Bikinizone von Cosima von Bonin.
    foto: ap

    Paris, Grand Palais 2014: die Bikinizone von Cosima von Bonin.

  • Das erste Mal wieder im Freibad? Haare untenrum gehen nicht.
    foto: apa

    Das erste Mal wieder im Freibad? Haare untenrum gehen nicht.

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