Dominique Manotti: Der Preis des Öls

23. Mai 2016, 14:30
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Die international tätigen Akteure in "Schwarzes Gold" scheinen unangreifbar zu sein

Commissaire Theo Daquin tritt seinen ersten Job bei der Polizei in Marseille an. Er spürt bald, dass die oberen Ränge etliches verschleiern. Der Mord an einem Geschäftsmann wird als Abrechnung zwischen lokalen Gangstern dargestellt. Doch je weiter Daquin mit den Ermittlungen kommt, desto größere Kreise zieht der Fall. Die international tätigen Akteure scheinen unangreifbar zu sein.

Dominique Manottis Krimis haben immer eine politische Dimension. Schwarzes Gold spielt zwischen 1966, als das Barrel Erdöl um drei Dollar zu haben war, und 1973, als es zehn Dollar kostete. "Vorausschauende" Trader konnten so zu Milliardären werden; Waffen und Drogen gab es als Draufgabe.

Manottis Stil ist präzise und distanziert. Mit einer gewissen Kälte analysiert Daquin seine Gegenüber, einen Außenseiter, der seine Homosexualität auslebt, aber so angreifbar wird. Die Brutalität äußert sich weniger physisch, als psychisch. Eine Liste weiterführender Quellen vervollständigt das vielschichtige Zeitgemälde. (Ingeborg Sperl, 23.5.2016)

  • Dominique Manotti, "Schwarzes Gold", Deutsch: Iris Konopik,  € 19,- / 375 Seiten, Ariadne- Verlag, Wien 2016
    cover: ariadne-verlag

    Dominique Manotti, "Schwarzes Gold", Deutsch: Iris Konopik, € 19,- / 375 Seiten, Ariadne- Verlag, Wien 2016

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