Studie: Weiterbildung liefert wichtigen Beitrag zur Integration

24. Mai 2016, 05:30
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Gute Nachrichten in der aktuellen Weiterbildungsstudie: Budgets bleiben konstant, 14 Prozent der Unternehmen beschäftigen Flüchtlinge oder planen dies

Der 8. Juni steht wieder ganz im Zeichen der Weiterbildung. Bereits zum achten Mal wird der "Tag der Weiterbildung" in ganz Österreich durchgeführt. Der Veranstalter, die "Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung" (PbEB), präsentierte deswegen vorab die Studie "Weiterbildung 2016". MAKAM Research befragte dafür Führungskräfte und Personalverantwortliche von 500 heimischen Unternehmen mit über 20 Beschäftigten.

Die Weiterbildungsbudgets der Unternehmen bleiben heuer meist gleich oder steigen: 65 Prozent der Unternehmen haben heuer gleich viel Weiterbildungsbudget vorgesehen wie im Vorjahr. 19 Prozent wollen sogar mehr in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Das ist eine deutlich größere Gruppe als jene 6 Prozent der Unternehmen, die für heuer weniger Bildungsbudget eingeplant haben. "Nach einer kurzen Phase des Sparzwangs sehen wir nun gerade bei den Unternehmen wieder eine starke Motivation, in die Qualifikation der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren", sagt PbEB-Sprecher Christian Bayer.

Persönlichkeitsentwicklung wird wichtiger

Wie im Vorjahr wurden die Unternehmen im Rahmen der Studie auch gefragt, welche Bedeutung sie einzelnen Weiterbildungsmaßnahmen zuordnen. Den größten Konkurrenzvorsprung erwarten sich die Unternehmen durch Marketing- und Verkaufstrainings, gefolgt von Technik und Produktion sowie der Persönlichkeitsentwicklung.

Der Bereich Verkaufstraining und Marketing hat im Vergleich zum Vorjahr an Stellenwert verloren (heuer 40 Prozent im Vergleich zu 52 Prozent im Vorjahr). Im Gegensatz dazu ist die Bedeutung der Persönlichkeitsentwicklung deutlich (heuer 38 Prozent im Vergleich zu 30 Prozent im Vorjahr).

Jedes 7. Unternehmen beschäftigt Flüchtlinge oder plant dies

Sechs Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen derzeit Flüchtlinge, häufiger Unternehmen im öffentlichen Bereich. Weitere acht Prozent der Unternehmen wollen künftig Flüchtlinge anstellen, häufiger Unternehmen ab 100 Mitarbeiter. Insgesamt jedes siebte Unternehmen beschäftigt also bereits jetzt anerkannte Flüchtlinge oder plant dies konkret.

Flüchtlinge werden laut der aktuellen PbEB-Studie am häufigsten im Bereich Technik, Produktion und Qualitätssicherung eingesetzt, gefolgt vom Bereich Einkauf, Logistik und Lagerwirtschaft.

Was Unternehmen voraussetzen

Die Unternehmen wurden auch befragt, welche Kompetenzen Flüchtlinge mitbringen müssten, um beschäftigt zu werden. Naturgemäß liegen Deutschkenntnisse an der Spitze (92 Prozent), gefolgt von Integrationsbereitschaft (82 Prozent), fachlicher Kompetenz (79 Prozent), sozialer Kompetenz (77 Prozent) und Basiskenntnissen in Lesen, Schreiben und Rechnen (76 Prozent). Auch europäisches Werteverständnis wird von den meisten Unternehmen (71 Prozent) eingefordert.

Die Qualifikation wurde bzw. würde von den meisten Unternehmen mit traditionellen Methoden festgestellt, vor allem mit Bewerbungsgesprächen, Probezeiten, Praktika und Schnuppertagen. Die Hälfte der Unternehmen führt interne Kompetenzchecks durch. Und jeweils rund ein Drittel der Unternehmen verlässt sich auf Testungen, Zeugnisse und Ausbildungsnachweise sowie auf Empfehlungen und Referenzen

Beitrag zu Integration

Fachkompetenz sei wesentlich, damit sich für Flüchtlinge Perspektiven am Arbeitsmarkt eröffnen. Hier könne Weiterbildung viel leisten, um bereits im Herkunftsland erworbene Qualifikationen auf den aktuellen Stand zu bringen und eine Angleichung dieser Qualifikation an österreichische Standards zu erreichen, sagt Bayer. "Aber auch beim Lernen der deutschen Sprache und im Bereich der Sozialkompetenz leistet Weiterbildung einen ganz wesentlichen Beitrag zur Integration." (red, 24.5.2016)

In den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Steiermark und Kärnten finden rund um den "Tag der Weiterbildung" Events zum Thema Weiterbildung statt. Die kostenlosen Veranstaltungen sind für alle Bildungsinteressierten zugänglich. Nähere Informationen zu den geplanten Events und Anmeldung.

  • Mit dem Tag der Weiterbildung will die Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB) österreichweit auf die Bedeutung des lebenslangen Lernens und der Weiterbildung aufmerksam machen.
    foto: istock

    Mit dem Tag der Weiterbildung will die Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB) österreichweit auf die Bedeutung des lebenslangen Lernens und der Weiterbildung aufmerksam machen.

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