Mit Armbändern gegen Sonnenbrand

25. Mai 2016, 12:00
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UV-Sensor-Armbänder zeigen an, wann es Zeit ist für die nächste Portion Sonnencreme oder dafür, aus der Sonne zu gehen. Sie steigern das Bewusstsein, sagt ein Hautarzt

Sommer, Sonne, Sonnenbrand: Wer viel Zeit draußen verbringt, muss sich eincremen, um die Haut vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen. Das ist allseits bekannt. Häufig jedoch wird nur am Beginn des Badetags fleißig geschmiert und später auf die regelmäßige Auffrischung des Schutzes vergessen.

Um daran zu erinnern, gibt es UV-Sensor-Armbänder. Vor allem Eltern sollen damit unterstützt werden, wenn es um den Sonnenschutz ihrer Jüngsten geht. Denn Kinderhaut ist besonders empfindlich.

Das Ganze funktioniert so: Das Armband wird angelegt und gemeinsam mit dem Körper eingecremt. Dadurch weiß es, wie stark der Schutz auf der Haut ist. Nach einer bestimmten Zeit verändert sich die Farbe, oder es erscheint ein traurig dreinschauender Smiley – je nachdem, wie bedrohlich die UV-Strahlung ist.

Farbe zeigt empfohlene Sonnendosis

Unterschiedliche Verfärbungen bedeuten unterschiedliche Maßnahmen. Die Armbänder verfügen – je nach Modell – über drei bis vier Stufen. Stufe 1 heißt, das Armband ist noch unbenutzt. Stufe 2 zeigt an, dass der Träger in der Sonne war und sich regelmäßig eincremen sollte – etwa nachdem er im Wasser war oder geschwitzt hat. Stufe 3 heißt, dass das Limit an Sonnenstunden fast erreicht ist. Angemessenes Eincremen ist jetzt unumgänglich. Die letzte Stufe zeigt an, dass die maximale Dosis erreicht ist. Wer jetzt nicht aus der Sonne geht, riskiert einen Sonnenbrand.

Neben günstigen Einwegmodellen aus Kunststoff (erhältlich in der Apotheke) gibt es auch Armbänder aus Silikon und teurere Exemplare, die Daten an eine Smartphone-App übermitteln und immer wieder eingesetzt werden können. Letztere bestehen aus einem Lederarmband, auf dem ein Kunststoffkristall angebracht ist. Darin befindet sich der UV-Sender, aufgeladen wird mittels Micro-USB-Schnittstelle. Preis: etwa 90 Euro.

"Diese Armbänder sind natürlich nicht zu 100 Prozent verlässlich und auch nicht standardisiert. Zudem sind sie nicht auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmt", sagt Norbert Kohrgruber, Dermatologe in Wien. Doch obwohl hier Vorsicht angebracht ist, sieht er das Produkt positiv: "Diese Armbänder sensibilisieren die Benutzer. Geht es um Sonnenbrände, kann man das Bewusstsein in der Bevölkerung gar nicht genug schärfen."

Die Haut braucht Sonne

Obwohl es immer noch Menschen gibt, denen ein Sonnenbrand ganz egal sei, "achten die Menschen in den letzten Jahren immer besser auf ihre Haut", sagt der Hautarzt. Die Empfehlung mancher Dermatologen, die Sonne ganz zu meiden, hält er für übertrieben. "Die Haut braucht die Sonne sogar, sie ist gesund und liefert uns wichtiges Vitamin D."

Kinderhaut müsse besonders vor UV-Strahlung geschützt werden, da sich die Folgen hier erst spät bemerkbar machen. Langfristig führen Sonnenbrände in jungen Jahren zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko im Alter. "Auf diesem Gebiet ist aber zum Glück in den letzten Jahren schon viel passiert. Die meisten Eltern passen hier sehr, sehr gut auf", sagt Kohrgruber, "als ich ein Kind war, gab es noch keine Sonnencremes, sondern überall nur Sonnenbrände." (Bernadette Redl, 25.5.2016)

  • Gelb bedeutet, der Schutz ist noch ausreichend. Wird das Band orange, muss nachgecremt werden. Pink heißt, dass die maximale Sonnendosis erreicht wurde.
    foto: galderma/daylongtm uv-sensor-armband

    Gelb bedeutet, der Schutz ist noch ausreichend. Wird das Band orange, muss nachgecremt werden. Pink heißt, dass die maximale Sonnendosis erreicht wurde.

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