Flüchtlingslager in Idomeni soll geräumt werden

23. Mai 2016, 14:59
22 Postings

Polizei beginnt laut Spiegel Online am Dienstag mit Räumung – Sorge vor Eskalation

Wien/Idomeni – Die griechische Regierung plant die Räumung des improvisierten Flüchtlingslagers von Idomeni an der Grenze zu Mazedonien. Das berichtet Spiegel Online am Montag unter Berufung auf "hochrangige Polizeikreise". Die griechische Polizei will am Dienstag oder Mittwoch mit der "schrittweisen" Räumung beginnen bestätigte Regierungssprecher Giorgos Kyritsis nach Angaben der Tageszeitung "Kathimerini" (Online) am Montagnachmittag.

Bereits am Vormittag wurden Truppen der Bereitschaftspolizei in die griechisch-mazedonische Grenzregion verlegt, um bei einer möglichen Räumung des improvisierten Flüchtlingslagers zu helfen.

Ziel ist, die rund 9.000 Menschen, die seit Monaten in der Hoffnung auf eine Grenzöffnung ausharren, in andere, organisierte Einrichtungen in der Gegend um Thessaloniki zu bringen. Dort würden sie besser untergebracht und könnten Gesundheits- wie Asyleinrichtungen schneller erreichen.

Bei der Räumung werden laut Spiegel Online Polizisten aus Athen und Thessaloniki im Einsatz sein, darunter auch Spezialeinheiten der sogenannten Group of Crime Prevention and Suppression (OPKE). Die Beamten sollen rund um das Lager stationiert werden und es dann schrittweise evakuieren.

Bisher hatte die Regierung versucht, die Flüchtlinge zum freiwilligen Verlassen der Zeltstadt zu bewegen. Diese Bemühungen scheiterten bislang. Eine Räumung wurde mehrmals ankündigt, aber bisher nicht durchgeführt. Dem Bericht von Spiegel Online zufolge wohl aus Sorge, bei gewalttätigen Auseinandersetzungen könnten sowohl Flüchtlinge als auch Beamte verletzt werden. Grund für die Räumung sei nun auch der wachsende Druck durch Opposition und Medien.

In den vergangenen Monaten, zuletzt am Mittwoch, war es mehrmals zum Einsatz von Tränengas gekommen, nachdem Flüchtlinge versucht hatten, den Grenzzaun zu durchbrechen. Dem Bericht zufolge hoffen die Sicherheitskräfte nun auf geringen Widerstand, sodass eine Eskalation vermieden werden könne.

Es sollen bereits am Montagabend die Zugänge zum Gelände in Idomeni gesperrt werden. Außenstehende wie Journalisten oder Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen müssten das Camp vor der Evakuierung verlassen. (red, 23.5.2016)

  • 9.000 Menschen harren seit Monaten in der Hoffnung auf eine Grenzöffnung in Idomeni aus.
    foto: reuters / kostas tsironis

    9.000 Menschen harren seit Monaten in der Hoffnung auf eine Grenzöffnung in Idomeni aus.

Share if you care.