Subaru Levorg: Sportliche Ambitionen mit praktischem Anspruch

24. Mai 2016, 06:09
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Der Subaru Levorg überzeugt mit vielen Qualitäten vom Styling bis zur Ausstattung, nur der Name ist echt org

Wien/Friaul – Der Subaru Levorg mag ein wenig an seinem seltsamen Namen leiden. Levorg ist keineswegs kunstvoll dem Japanischen entliehen, sondern bezieht sich auf das Vorgängermodell Legacy ("Vermächtnis") und ist eine ganz profane und nur mäßig elegante Abkürzung für "Legacy Revolution Touring". Ist das auch abgehakt, soll so sein.

Ein Auto für Fahrer

Tatsächlich ist der Subaru mit dem seltsamen Namen ein wunderbares Auto für Fahrer, die sich und die Straße gerne spüren, er liegt sportlich straff in der Spur, in der Version GT-S ist die Ausstattung einem sportiven Habitus untergeordnet – das Lenkrad, die Sitze, die Pedale: recht rasant.

Was den Fahrer oder die Fahrerin also erfreuen mag, könnte für beifahrende Menschen dann zu Irritationen führen, wenn die sich und die Straße nicht vehement spüren mögen. Die Sitze sind eng geschnitten, der Wagen liegt brettlhart auf der Piste. Das dient einem unmittelbaren Vorankommen, kann aber gerade auf längeren Strecken etwas ermüdend wirken. Aus einem weich gefederten SUV steigt man entspannter aus. Wobei der Motor vieles wettmacht: Er schnurrt leise vor sich, gerade auf der Autobahn ist man nur von Windgeräuschen umweht.

Stärker als erwartet

Mit dem Levorg unterstreicht Subaru noch einmal seinen sportlichen Anspruch, der Vierzylinder-Boxermotor leistet dabei Erstaunliches: Der Wagen hängt wunderbar am Gas, wie man so sagt, er spricht also sehr direkt an. Die 170 PS fühlen sich an wie 240 PS, oft ist es ja umgekehrt. Allerdings geht auch der Verbrauch eher in Richtung 240 PS, wir hatten im Schnitt knapp zehn Liter am Bordcomputer stehen, waren aber – weil zu zweit – recht gemäßigt unterwegs.

Boxermotor

Sollten während der Fahrt längere Gesprächspausen entstehen, kann man das Thema wunderbar auf den Boxermotor an sich lenken, das gibt guten Stoff für eine kleine Unterrichtseinheit. Der Boxermotor ist eine Besonderheit, auf die Subaru besonders stolz ist (siehe auch hier). Im Boxermotor liegen sich die Kolben waagrecht gegenüber, der Vorteil liegt im niedrigen Schwerpunkt des Fahrzeugs, was wiederum ein besseres Handling des Fahrzeugs ermöglicht. Außerdem entstehen durch die gegensätzlichen Bewegungen der Kolben weniger Vibrationen. Während Letzteres auch für den beifahrenden Menschen einen nachvollziehbaren Vorteil darstellt, könnte der niedrige Schwerpunkt gerade dann zu einem Streitpunkt werden, wenn man allzu forsch die Kurven durchschneidet, um das tolle Handling und seine Möglichkeiten anschaulich darzustellen.

Ganz objektiv bleibt aber festzuhalten, dass der Levorg ein tolles Auto ist, das auch viel Platz bietet. Die große Hutze auf der Motorhaube muss nicht jedem gefallen, der Motor freut sich aber über die intensive Luftzufuhr. Der Allradantrieb ermöglicht eine sportliche Fahrweise, sorgt aber auch für mehr Sicherheit. Und sollte das ein Diskussionspunkt sein: Ja, sportlich ist er. Schlecht? (Michael Völker, 24.6.2016)

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Subaru

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Auch der Innenraum ist sportlich und karg gehalten, ohne spartanisch zu sein.
    foto: michael völker

    Auch der Innenraum ist sportlich und karg gehalten, ohne spartanisch zu sein.

  • Der Allradantrieb suggeriert Geländetauglichkeit, tatsächlich ist der Subaru Levorg aber auf der Straße zu Hause.
    foto: michael völker

    Der Allradantrieb suggeriert Geländetauglichkeit, tatsächlich ist der Subaru Levorg aber auf der Straße zu Hause.

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