"Blindspot" auf Amazon Prime und NBC: Atemlose Rätselrallye

23. Mai 2016, 09:00
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Die Story entwickelt sich atemlos-rasant, wird transparenter, um dann urplötzlich in einer Sackgasse zu landen

Terroralarm auf dem Times Square in New York: Ein Unbekannter hat mitten in der Menge eine große Tasche aus einem Auto geholt, sie abgestellt und ist verschwunden. Evakuierung.

Doch der Bombenentschärfer macht Augen: In der Tasche befindet sich kein Sprengsatz, sondern eine nackte Frau, deren gesamter Körper mit Tattoos bedeckt ist. Und natürlich hat sie keine Ahnung, sie hat alles vergessen: Sie weiß nicht, wie sie heißt, sie weiß nicht, wie sie zu ihren Tätowierungen gekommen ist. Diese sind zudem sehr, sehr, sehr rätselhaft. Immerhin prangt der Name "Kurt Weller, FBI" auf ihrem Rücken. Ein guter Anfang.

Zwar kennt auch Kurt sie nicht (logisch, sonst wäre die Serie ja schon wieder zu Ende), aber immerhin checkt man sehr bald, dass der Körper der Unbekannten eine Art Schatzkarte darstellt. Jedes Tattoo ist ein Hinweis auf einen Kriminalfall und ein Bausteinchen zur Rekonstruktion der wahren Identität von "Jane Doe".

Atemlos-rasant

Die Rätselrallye kann beginnen: Ab sofort wird scharf nachgedacht, geredet, gestritten, gelaufen, gestorben. Zwischendurch explodiert immer wieder etwas. Die Story entwickelt sich atemlos-rasant, wird transparenter, um dann urplötzlich in einer Sackgasse zu landen. Hehe, böse Drehbuchschreiber!

Die Schauspieler erledigen ihren Job sehr gut, Ausstattung und Artwork (diese Tattoos!) sind erstklassig. Dennoch holpert es mitunter, wahrscheinlich war es keine besonders gute Idee, so viele Regisseure an den Stoff zu lassen, nämlich 14 (!) in bisher 24 produzierten Episoden. Sie wissen schon: Viele Köche, ein Brei ...

Dennoch: sehr spannende TV-Unterhaltung, auf Deutsch demnächst im ProSiebenSat1-Universum zu konsumieren. (Gianluca Wallisch, 23.5.2016)

  • Jaimie Alexander in "Blindspot".
    foto: nbc

    Jaimie Alexander in "Blindspot".

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