Ägypten verstärkt nach Egypt-Air-Absturz Suche im Mittelmeer

22. Mai 2016, 16:02
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Die ägyptische Marine entsandte auf der Suche nach den verschollenen Flugschreibern ein U-Boot

Kairo/Paris/Athen – Nach dem Absturz der Egypt-Air-Maschine über dem Mittelmeer verstärkt Ägypten die Suche nach den beiden Flugschreibern. Die Marine entsandte Sonntagfrüh ein U-Boot ins Mittelmeer, sagte Staatschef Abdel Fattah al-Sisi in einer live übertragenen Ansprache. Die Ermittler erhoffen sich von dem Flugdatenschreiber und dem Stimmenrecorder Aufschlüsse über die Absturzursache.

Sobald die Untersuchungen Ergebnisse erbracht hätten, würden diese veröffentlicht, erklärte Sisi. Frankreich Außenminister Jean-Marc Ayrault sagte, es werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt und keine Möglichkeit ausgeschlossen. Ägyptens Luftfahrtminister Sherif Fathi hatte am Donnerstag erklärt, die Umstände wiesen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags wesentlich höher sei als die eines technischen Fehlers.

Neue Erkenntnisse ergaben, dass an Bord des Flugs MS804 unmittelbar vor dem Absturz ein Rauchalarm ausgelöst wurde. Das ACARS-System der Maschine habe eine entsprechende Meldung gesendet, hieß es von der französischen Behörde für Sicherheit der zivilen Luftfahrt BEA. Der Rauch sei aus dem Toilettenbereich im vorderen Teil der Maschine gemeldet worden. ACARS ist ein digitales Datenfunksystem zur Übermittlung von automatischen Nachrichten zwischen Flugzeugen und Bodenstationen. Ein Rückschluss auf die Ursache des Unfalls ist der BEA zufolge damit nicht möglich.

Unterstützung aus Griechenland und Frankreich

Die Maschine war am Donnerstag mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo abgestürzt. Suchmannschaften des ägyptischen Militärs bargen am Freitag und Samstag Trümmerteile. Auch Leichenteile und persönliche Gegenstände wurden rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria gefunden. Griechenland und Frankreich unterstützen Ägypten bei der Suchaktion.

Ayrault, Fathi und die ägyptische Ministerin für sozialen Zusammenhalt, Ghada Wali, trafen am Samstag in Paris und Kairo Angehörige der Opfer. Egypt Air betreut nach eigenen Angaben weiterhin die Familien und hat einen internationalen Experten hinzugeholt. Die Angehörigen seien darüber informiert worden, dass die Identifikation der Opfer anhand von DNS mehrere Wochen dauern könne. An Bord der Maschine waren vorwiegend Ägypter und Franzosen.

Das Expertennetzwerk "Aviation Herald" veröffentlichte einen Auszug des Datenfunksystems ACARS, das den Rauchalarm aufgezeichnet hatte. Die Daten deuten auf ein plötzlich auftretendes Ereignis im rechten vorderen Bereich des Flugzeugs hin. Innerhalb kurzer Zeit seien auch Sensoren an Fenstern auf der rechten Seite, unter anderem im Cockpit, aktiviert worden. Eine Minute nach dem Rauchalarm an der Toilette registrierte das System außerdem Rauch an der Bordelektronik, die sich unter dem Cockpit befindet.

Die Aufzeichnungen lassen darauf schließen, dass der Störfall im Inneren des Flugzeuges auftrat. Als letzte Nachricht schickte das ACARS-System einen Hinweis auf den Ausfall eines Steuerungssystems. Das geschah um 2.29 Uhr Ortszeit – unmittelbar, bevor der Flug im ägyptischen Luftraum vom Radar verschwand. (APA, 22.5.2016)

  • Artikelbild
    foto: apa/afp/egyptian military spokes
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