Print Shop: Wie Emojis 1984 aussahen

22. Mai 2016, 13:24
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Programm zum Druck von Grußkarten und Einladungen beinhaltete viele Vorläufer heute oft verwendeter Symbole

Sie zeigen Freude, Amüsement, Trauer und Wut. Sie machen aus Melanzanis eindeutig zweideutige Botschaften. In einem Symbol kommunizieren sie, was in Worten mitunter nur schwer oder langwierig ausdrückbar wäre. Aus dem Zeitalter der Social Networks und Messenger sind sie nicht mehr weg zu denken: Emojis.

Die kleinen Piktogramme haben ihre Vorgänger in einer Ära, die gut ein Jahrzehnt vor der Etablierung des Internets als öffentliche Kommunikationsplattform liegt. Der "Print Shop" gehört zur ersten Generation der "Publishing"-Programme.

foto: print shop/broderbund (l.) und apple
Links: Die Schildkröte aus dem Print Shop, rechts das Emoji von Apple.

Damals und heute

Wer damals schnell kommunizieren wollte, musste anrufen oder das direkte Gespräch suchen. Auch der "Druckladen" war nicht für Einzelgespräche gedacht, sondern für "größere" Botschaften. Die Software lief auf Rechnern wie dem Apple II und ermöglichte die Gestaltung von Grußkarten, Schildern, Einladungen und Ähnlichem. Das Programm brachte eine Reihe von Bebilderungen mit, die sich heute im Repertoire des Emoji-Alphabets wiederfinden.

Von der omnipräsenten Geburtstagstorte über den Zylinder-Hut, eine Rakete, Schildkröte und sogar einen (angebissenen) Apfel fanden sich die unterschiedlichsten, pixeligen Grafiken, mit denen man die eigenen Werke schmücken konnte. Einige hat man beim Atlantic aus dem Internet Archive gefischt, wo man sich den Software-Oldie im Browser ansehen kann. Das damalige Repertoire wird von der Fülle an Emojis mittlerweile natürlich klar überboten. Einige der alten Abbildungen erscheinen subjektiv aber sogar charmanter als ihre modernen Vetter.

Die Oberfläche des Print Shop.

Omnipräsent

Wie in den frühen 2000ern die Emojis war Computergrafik 1984 etwas relativ neues, mit dem oft noch abstrakt und verspielt umgegangen wurde. Von den annähernd fotorealistischen Welten, wie man sie heute in manchen Videospielen bereisen kann, war noch nichts zu ahnen. Überhaupt war es erst Anfang der 1980er Usus geworden, in Games vorwiegend auf komplexere grafische Darstellung zu setzen.

Die Vereinigung von Text und Bild, die damals besonderen Anlässen und Botschaften vorbehalten war, ist heute jedenfalls omnipräsent. Nicht nur in Privatgesprächen, auch im digitalen, schriftlichen Austausch beruflicher Natur haben Smileys und andere Symbole Einzug gehalten. Sie bringen neue Nuancen in die Kommunikation und erinnern dabei still an die Anfänge des Computerzeitalters. (gpi, 22.05.2016)

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