Tesla soll Billigarbeiter beschäftigt haben

22. Mai 2016, 13:05
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Der E-Auto-Pionier wehrt sich gegen den Vorwurf, Mitarbeitern über Drittfirmen Dumpinglöhne bezahlt zu haben

Wien – Tesla-Gründer Elon Musk selbst greift via Twitter in eine Diskussion ein. Es geht um einen schwerwiegenden Vorwurf, den die kalifornische Tageszeitung "San José Mercury News" erhoben hat: Der US-Elektroautohersteller würde über Drittfirmen Billigarbeitskräfte beschäftigen.

Hintergrund ist die Klage eines Elektrikers, der im Auftrag des deutschen Unternehmens Eisenmann in einer Tesla-Fabrik gearbeitet haben soll, und das für einen Stundenlohn von fünf Dollar. Der Elektriker hat nach einem Arbeitsunfall Tesla geklagt, war allerdings laut "Mercury News" gar nicht bei Tesla angestellt, aber auch nicht bei Eisenmann, das vor einem Jahr von Tesla den Zuschlag zum Bau der Lackierfabrik in Fremont bekommen hatte. Arbeitgeber des Mannes war demnach vielmehr das slowenische Unternehmen ISM Vuzem.

Man werde dem nachgehen, twittert Musk. Allerdings meldet der E-Auto-Hersteller Zweifel an der Geschichte an. Fünf Dollar sind weniger als der in Kalifornien festgesetzte Mindestlohn von 7,50 Dollar. 140 Arbeiter aus Osteuropa sollen laut dem Bericht um fünf Dollar pro Stunde in Fremont beim Aufbau der Lackiererei gearbeitet haben. Tesla selbst beteuert, man gehöre zu den Unternehmen in der US-Autobranche mit den höchsten Stundenlöhnen. "Niemand zwingt uns dazu – wir machen das, weil wir es für richtig halten", sagt Musk. Man fühle sich moralisch verpflichtet, sich auf die Seite des Elektrikers zu stellen.

Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" will auch Eisenmann Konsequenzen ziehen, falls sich die Vorwürfe bewahrheiten. Dann will das deutsche Unternehmen die Geschäftsbeziehung mit ISM Vuzem beenden. (red, 22.5.2016)

  • Der E-Auto-Pionier will die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen.
    foto: reuters/mircovich

    Der E-Auto-Pionier will die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen.

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