Wer wen gewählt hat

Infografik22. Mai 2016, 19:10
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Norbert Hofer hat die Arbeiter, Alexander Van der Bellen die Akademiker hinter sich. Sora hat für den ORF das Wahlverhalten der Bevölkerungsgruppen ermittelt

Wer neuer Bundespräsident Österreichs wird, ist noch unklar: Der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen kommt derzeit auf 50 Prozent, FPÖ-Kandidat Norbert Hofer erreicht ebenso 50 Prozent. Die Schwankungsbreite liegt bei 0,8 Prozent, geht aus der Hochrechnung des Instituts Sora hervor, die der ORF um 18.27 Uhr veröffentlicht hat.

Klarere Verhältnisse gibt es bei den Bevölkerungsgruppen, die die Kandidaten von sich überzeugen konnten. Hier spiegelt sich die Polarisierung des Lagerwahlkampfs der vergangenen vier Wochen wider.

Männer wählen Hofer, Frauen wählen Van der Bellen

Gravierende Unterscheide gibt es im Wahlverhalten nach Geschlecht und Generationen. So wählen Frauen eher Van der Bellen, Männer eher Hofer.

Akademiker für Van der Bellen, Personen mit Lehrabschluss für Hofer

Wie sich schon im ersten Wahlgang abzeichnete, gaben Personen mit Lehrabschluss eher Norbert Hofer als Alexander Van der Bellen ihre Stimme. Am größten war der Abstand bei den Akademikern, allerdings umgekehrt: Hier haben sich vier von fünf für Van der Bellen entschieden.

Arbeiter wählen Hofer

Beim Wahlverhalten nach Erwerbsstatus ist das Ergebnis großteils ausgeglichen. Nur die Gruppe der Arbeiter hat eindeutig bei Norbert Hofer ihre Heimat gefunden.

Für etwa ein Drittel der Wähler von Alexander Van der Bellen war es das erste Mal jemand aus dem Lager der Grünen gewählt zu haben.

Wahlbeteiligung bei Akademikern am höchsten

Pensionisten sind der Bundespräsidentenwahl eher ferngeblieben. Am ehesten sind Akademiker zur Wahlurne gegangen.

(Gerald Gartner, 22.5.2016)

Was zeigt diese schwarze Linie innerhalb der Balken?
Die Schwankungsbreite. Sie gibt den Bereich an, innerhalb dessen ein Ergebnis mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent zu erwarten ist. Das heißt auch: In einem von 20 Fällen liegt das Ergebnis außerhalb der angegebenen Schwankungsbreite.

Die wichtigsten Kennzahlen zur Wahltagsbefragung

  • Auftraggeber der Wahltagsbefragung: ORF
  • Durchführung: Sora/ISA
  • Zeitpunkt der Befragung: Donnerstagnachmittag, 19. Mai bis Sonntagmittag, 22. Mai
  • Durchführung der Interviews: ipr – Umfrageforschung Dr. Richard Költringer
  • Methode: telefonische Interviews (CATI)
  • Stichprobe: n=1.222, nach Gemeindegröße vorab geschichtete Zufallsauswahl
  • Auswahl der Stichprobe: Zufallsstichprobe und soziodemografische Gewichtung, um die wahlberechtigte Bevölkerung repräsentativ abzubilden; endgültige Gewichtung mit der Hochrechnung am Wahltag, um dem Endergebnis so nahe wie möglich zu kommen
  • Schwankungsbreite: für n=1.200 maximal +/-2,8 Prozent
  • Gewichtung der Daten: soziodemografisch (Geschlecht, Alter, Bildung, Erwerb); Hochrechnung von 17 Uhr (Wahlmotive), Hochrechnung von 18 Uhr (Wahlverhalten nach Untergruppen)
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