Kongo: Kabilas Hauptrivale nach Südafrika ausgeflogen

21. Mai 2016, 14:45
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Umfeld: Juristisch verfolgter Katumbi zur medizinischen Behandlung gereist

Kinshasa/Pretoria – Zweieinhalb Wochen nach der Einleitung von Ermittlungen gegen den kongolesischen Oppositionsführer Moise Katumbi ist der wichtigste Rivale von Staatschef Joseph Kabila nach Südafrika geflogen. Katumbi habe die Demokratische Republik Kongo am Freitagabend verlassen und sei mittlerweile im südafrikanischen Johannesburg gelandet, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Katumbis Umfeld.

Am Vortag war mitgeteilt worden, dass Katumbi wegen Untergrabung der staatlichen Sicherheit der Prozess gemacht werden soll. An Bord des Flugzeugs, mit dem der Politiker aus der Stadt Lubumbashi aufbrach, waren nach Angaben seines Umfelds medizinische Fachkräfte und Ausrüstung. Ein Mitarbeiter des Kontrollzentrums am Johannesburger Flughafen Lanseria bestätigte, dass "ein medizinisches Flugzeug aus Lubumbashi" dort gelandet sei.

Nach Angaben von Katumbis Mitstreitern war der Oppositionsführer am 13. Mai bei Zusammenstößen von tausenden seiner Unterstützer mit der Polizei in Lubumbashi verletzt worden. Der 51-Jährige leide wegen des Einsatzes von Tränengas unter Atemproblemen. In Johannesburg stehe er "unter ärztlicher Beobachtung", sagte einer seiner Mitarbeiter AFP. Auch sein bei den Protesten verletzter Bruder Abraham Katumbi sei in Südafrika.

Ermittlungen

Katumbis Gegner werfen ihm vor, seine gesundheitlichen Probleme vorzutäuschen, um einem Prozess zu entgehen. Der Geschäftsmann hatte kürzlich angekündigt, gegen den langjährigen Staatschef Kabila anzutreten. Unmittelbar darauf wurden am 4. Mai Ermittlungen gegen ihn wegen Anheuerns ausländischer Söldner eingeleitet. Katumbi wies die Vorwürfe als "groteske Lügen" zurück und sprach von einem politisch motivierten Verfahren.

Im Kongo sowie im Ausland gibt es Befürchtungen, dass Kabila die eigentlich für Ende des Jahres vorgesehene Präsidentschaftswahl hinauszögern will. Vergangene Woche entschied das Verfassungsgericht, dass der seit 2001 amtierende Staatschef auch ohne eine Wiederwahl über 2016 hinaus im Amt bleiben könne. (APA, 21.5.2016)

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