Schinkels: "Sind nicht besser als Grödig"

21. Mai 2016, 14:40
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St. Pölten plant ab sofort für den Klassenerhalt. Sportmanager Schinkels könnte den SKN verlassen und warnt voraus

Wiener Neustadt – Beim SKN St. Pölten beginnt nach der Absicherung des Titels in der Fußball-Erste-Liga die Planung für die Bundesliga. Einen Kader zu erstellen, der nicht wie ein Pfitschipfeil wieder absteigt, das ist das Gebot der Stunde. Sportmanager Frenkie Schinkels denkt nach dem bisher größten Erfolg der Clubgeschichte an einen Rücktritt. "Für mich ist die Sache rund", sagte der 53-Jährige.

Der Aufstieg habe ihm enorme Genugtuung verschafft, versicherte Schinkels, der in St. Pölten bereits Spieler und Trainer war, gegenüber dem TV-Sender "Sky". Ob er als sportlicher Leiter weitermachen werde, wollte der umtriebige Ex-ÖFB-Teamspieler nicht beantworten. "Ich habe natürlich auch andere Jobs", sagte Schinkels, der als Experte für "Puls 4" und auch als Kolumnist tätig ist. "Jetzt Sportdirektor in der Bundesliga? Ich muss schauen, wie ich das machen möchte."

Frenkies Verdienst um Sir Charles

Er müsse in sich gehen und dann eine überlege Entscheidung treffen, kündigte Schinkels an, der sein Amt 2014 angetreten hatte, als St. Pölten gegen den Abstieg in die Regionalliga spielte. "Dann werden wir heute Meister und gehen in die Bundesliga. Für mich ist die Geschichte rund. Ich bin zufrieden, ich bin 53 Jahre. Ich lebe ja nicht wegen dem Geld, sondern wegen den Erfolgen, und das ist ein riesiger Erfolg für mich persönlich."

Für einen Weiterverbleib auf dem Posten spreche "das Herz". Er lebe Fußball und denke jeden Tag daran. "Ich weiß, dass ich oft polarisiere. Aber ich bin überzeugt, dass ich so einige Leute aufgeweckt habe", erklärte der gebürtige Niederländer. Außerdem gehe die Verpflichtung des Erfolgstrainers auf seine Kappe. "Ich habe Karl Daxbacher geholt, der mit viel Willen und Leidenschaft arbeitet."

"Magisch"

Der ehemalige Austria- und LASK-Coach ist nicht nur für Schinkels ein wesentlicher Faktor für den Erfolg. Mit seiner ruhigen, sachlichen Arbeit komme er bei den Spielern gut an. "Es ist eine Sensation, was der 'Daxi' mit dieser Truppe gemacht hat", meinte Austria-Ikone Anton Pfeffer, der bei St. Pölten im Aufsichtsrat sitzt. "Daxbacher hat den Löwenanteil. Er hat etwas Magisches", sagte der nunmehrige Sturm-Graz-Sportdirektor Günter Kreissl, der zuvor lange Jahre in Wiener Neustadt gearbeitet hatte.

Der Meistermacher selbst wollte sich nicht in die Auslage stellen. "Es ist sicher nicht alleine auf mich zurückzuführen", entgegnete der Niederösterreicher, der 2007 bereits mit dem LASK aufgestiegen war. Vielmehr sei das Kollektiv über sich hinausgewachsen. "Wir waren heuer sicher nicht der Favorit", erinnerte Daxbacher. Nach den ersten sieben Runden habe er nicht mehr gedacht, dass sich die Mannschaft noch derart steigern würde. Und eine Errungenschaft wie ein neuer Punktrekord sei überhaupt fernab der Realität gewesen.

In den Augen von Daxbacher war der 2:0-Sieg gegen Wiener Neustadt in der achten Runde Ende August die Initialzündung. Schon acht Punkte fehlten damals auf Spitzenreiter Wacker Innsbruck – ein Rückstand, der sukzessive abgearbeitet wurde. Gegen den niederösterreichischen Rivalen gewannen die "Wölfe" übrigens auch die restlichen drei Saisonduelle.

Mission Klassenerhalt

Die richtige Arbeit warte aber erst jetzt auf den Verein, darüber sind sich alle einig. "Meister in der Erste Liga zu werden, ist vergleichsweise leicht, in der Bundesliga zu bleiben aber schwer. Wir haben heute gesehen, dass wir nicht besser sind als Grödig – und die sind abgestiegen", formulierte Lautsprecher Schinkels nach dem 3:0-Sieg beim SCWN am Freitag gewohnt pointiert.

"Qualität ist vorhanden in der Mannschaft", meinte Kapitän Lukas Thürauer, der dank seiner Admira-Vergangenheit bereits auf Bundesliga-Erfahrung verweisen kann. Selbiges gilt unter anderem auch für die Routiniers Tomasz Wisio, Mark Prettenthaler, Andreas Dober und Goalgetter Daniel Segovia. Ob der Kern der Truppe zu halten sein wird, erscheint allerdings fraglich. Junge Leistungsträger wie Cheikhou Dieng oder David Stec haben nicht zuletzt bei künftigen Bundesliga-Konkurrenten Begehrlichkeiten geweckt. (APA, red, 21.5.2016)

  • Heftet sich das Engagement von "Sir Charles" Daxbacher auf seine Fahnen: Frenkie Schinkels.
    foto: apa/pfarrhofer

    Heftet sich das Engagement von "Sir Charles" Daxbacher auf seine Fahnen: Frenkie Schinkels.

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