Unicredit-Chef Ghizzoni steht vor Abgang

20. Mai 2016, 17:02
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Der CEO soll früher weichen als gedacht

Mailand – Bei der Bank-Austria-Mutter Unicredit könnte es schon am 9. Juni zu einem Chefwechsel kommen. An diesem Tag tagt der Aufsichtsrat, der einen Nachfolger für CEO Federico Ghizzoni ernennen könnte, berichtete die römische Tageszeitung La Repubblica am Freitag. Auch eine Umbildung des gesamten Vorstands sei demnach möglich.

Laut der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera könnte der wegen der schwachen Performance der Unicredit-Aktie, der niedrigen Rendite und der angespannten Kapitalausstattung unter Druck geratene Ghizzoni schon nächste Woche das Handtuch werfen. Eine Beratungsgesellschaft soll bei einer für Dienstag einberufenen Vorstandssitzung mit der Suche nach einem neuen Chef beauftragt werden.

Mehrere Kandidaten wurden als mögliche Nachfolger Ghizzonis genannt. Der Vizepräsident der Bank, Luca di Montezemolo, der als Vertreter des Staatsfonds von Abu Dhabi im Unicredit-Aufsichtsrat sitzt, klagte über die kursierenden Gerüchte. "All diese Indiskretionen tun der Bank nicht gut", kommentierte der Manager.

Geplante Verkäufe

Eine Kapitalaufstockung im Wert von fünf bis sieben Milliarden Euro zur Stärkung der Kapitaldecke der Unicredit wird nicht ausgeschlossen. Außerdem prüft die größte Bank Italiens offenbar Beteiligungsverkäufe. Trennen könnte sie sich von Anteilen am Online-Wertpapierhändler FinecoBank sowie an dem türkischen Institut Yapi Kredi und der polnischen Bank Pekao. Mit etwaigen Veräußerungserlösen solle die Kapitalausstattung verbessert werden, sagte eine mit der Situation vertraute Person. (APA, 21.5.2016)

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