Deprimierende Woche für Robert Lugar

21. Mai 2016, 10:00
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Nach einer Begegnung mit Bär Rudolf beschloss der Team-Stronach-Mann aber, Politiker zu bleiben

Nach dem Politbeben der letzten Tage hatte Robert Lugar melancholisch zu üben begonnen: "Ich kam als König, ich ging als Legende!" Wieder und wieder hatte er diesen Spruch von Kicker Zlatan Ibrahimović, dessen äußerer Verwegenheit er sich verwandt fühlte, in diversen Varianten – von staatsmännisch bis jämmerlich schluchzend – trainiert. Er hatte mit Neuwahlen und in Folge mit seiner Politpension gerechnet. Wie er jedoch danach Kärntner Wälder durchwanderte, um ein letztes Mal mit dem Geist Jörg Haiders die Zukunft zu bereden, lief ihm jener Bär über den Weg, der gerade durch viele Gazetten schlurft.

Ein letzter Neustart

Bär Rudolf hatte sich vor Lugar aufgestellt und sich abwägend am Bauch gekratzt. Ehe ihn Lugar befragen konnte, wie es Rudolf mit der Trennung von Politik und Religion halte, war dieser aber schon wieder belustigt davongetrottet. Lugar hatte ihm versprochen, Van der Bellen zu wählen. Nicht als Mahlzeit im Wanst eines Reviersuchers gelandet zu sein, wertete Lugar allerdings als aufmunternde Geste höherer Mächte. Er beschloss, dem Politiker in sich einen letzten Neustart zu gewähren.

Sein Relaunchkonzept für Guten Morgen Österreich zerriss er und begann, eine Laudatio auf Norbert Hofer zu üben, die später am Runden Tisch des ORF Herrn Strache die Tränen in die Augen trieb. Lugar hörte nicht auf, von einem Kandidaten zu schwärmen, der sich um die Menschen, also auch um ihn, Lugar, kümmern würde.

Verdächtig fand Strache nur, dass Lugar eine seltsam dicke, rote Krawatte trug, mit der selbst Werner Faymann am 1. Mai am Rathausplatz Begeisterungsstürme ausgelöst hätte. (Ljubisa Tosic, 21.5.2016)

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    foto: orf/bernhard berger
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