Schockbilder werden ab sofort auf Tabakprodukte gedruckt

20. Mai 2016, 13:50
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Der Verkauf ohne Warnhinweis ist noch bis Mai 2017 möglich

Wien – Die EU-Tabakrichtlinie hat erste Auswirkungen auf Österreich. Seit Freitag dürfen Tabakprodukte nur mehr mit Schockbildern produziert werden. Tabakprodukte, die zuvor hergestellt wurden und daher noch keine Warnhinweise führen müssen, dürfen in den Trafiken noch bis 20. Mai 2017 verkauft werden.

Die EU-Tabakrichtlinie sieht unter anderem Verordnungen zur Vereinheitlichung von Zigarettenpackungen vor. Die Richtlinie enthält Vorschriften über Herstellung, Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen. Mit Fotos von Krebsgeschwüren oder Raucherlungen soll eine abschreckende Wirkung insbesondere für Jugendliche erzielt werden. Die Warnhinweise müssen 65 Prozent der Vorder- und Rückseite von Verpackungen bedecken.

Fahler bräunlicher Grünton

Großbritannien und Frankreich gingen noch einen Schritt weiter und verboten grundsätzlich Farben und Designs bei Zigarettenpackungen. Am Freitag traten in beiden Ländern Gesetze in Kraft, wonach Zigaretten, die neu in den Handel kommen, nur in neutralen Verpackungen angeboten werden dürfen.

In Großbritannien hat der Handel nun ein Jahr Zeit, die noch vorhandenen bunt bedruckten Zigarettenpackungen abzuverkaufen. In Frankreich muss dies bis zum 1. Jänner geschehen. Die neuen Packungen sind in einem fahlen bräunlichen Grünton gehalten, wie in der übrigen EU nehmen Warnhinweise 65 Prozent der Verpackungsoberfläche ein. Der Markenname darf zwar auf den Packungen stehen, allerdings nicht in Form eines Logos.

Die französische Gesundheitsministerin Marisol Touraine erklärte: "Einfarbige Packungen sind hässlich und das mit Absicht." Ziel sei es, "die Attraktivität vieler Zigarettenpackungen zu zerstören".

"Allzu lang haben glänzende, clever designte Packungen junge Leute zum Rauchen verführt", zeigte sich die Leiterin der Britischen Lungenstiftung, Penny Woods, über die Neuregelung erfreut. In Australien, das die neutralen Verpackungen 2012 eingeführt habe, sei der Anteil der Raucher seither bereits zurückgegangen.

"Wenn nur ein Bruchteil der 200.000 Kinder im Vereinigten Königreich, die jedes Jahr anfangen zu rauchen, davon abgebracht werden, werden tausende Leben gerettet werden", betonte Woods. Der Leiter der britischen Rauchergruppe Forest, Simon Clark, kritisierte hingegen, die neuen Verpackungsvorgaben behandelten "Erwachsene wie Kinder und Jugendliche wie Idioten". (APA, 20.5.2016)

  • Wie im Bild in Frankreich werden bald auch in Österreich nur mehr Zigarettenpäckchen mit Warnbildern verkauft.
    foto: reuters/eric gaillard

    Wie im Bild in Frankreich werden bald auch in Österreich nur mehr Zigarettenpäckchen mit Warnbildern verkauft.

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